Studio 2 – Drehscheibe Florenz WS 13/14

Hochschule München Fakultät 01 Architektur Wintersemester 2013/2014

Prof. Johannes Kappler, Prof. Thomas Valena

Drehscheibe Florenz, Prag

Kontext

Prag liegt zentral im westlichen Tschechien. Ein Großteil der Stadt liegt in einem weiten
Tal der Moldau, die das Stadtgebiet auf 30 Kilometern Länge durchfließt. Südlich des Bogens liegt das historische Stadtzentrum, beherrscht von den beiden Burgbergen.

Unser Planungsgebiet bezieht sich in erster Linie auf den unerfreulichen Zustand der Bahnhofsgegend in Prag mit dem Haupt- und Masarykbahnhof. Neben den untergenutzten Bahnflächen ist auch das Autobahnbauwerk an der historischen Stadtkante ein großes Problem. Es stellt eine starke Barrierewirkung zwischen dem Kern und den ehemaligen Arbeitervierteln (Karlín und Žižkov) dar. Das Gebiet steht unter starkem wirtschaftlichem Druck, da das Stadtzentrum immer dichter wird und eine Ausweitung in Richtung Karlín immer dringender erscheint. 

Das übergeordnete Konzept des Entwurfs ist es, eine Beziehung zwischen dem Stadtkern und dem Vítkov zu schaffen. Durch die Verlegung der regionalen Verbindung unterhalb des Hauptbahnhofs, werden Gleisflächen frei.Hier soll eine neue Achse entstehen, die die beiden Gebiete verbindet. Der Masarykbahnhof stellt den Eingang zur Achse da. Damit der Blickbezug zum Vítkovdenkmal nicht gestört wird, wird die Achse als Freifläche geplant.

Der Wenzelsplatz bildete im Mittelalter und in der Neuzeit als Rossmarkt den Mittelpunkt der Prager Neustadt und wurde nach dem heiligen Wenzel benannt. Heute ist er eine der bekanntesten Einkaufsmeilen in Prag. Der Karlsplatz in der Prager Neustadt bildete im Mittelalter und in der Neuzeit das administrative und wirtschaftliche Zentrum. 1848 wurde er in Karlsplatz umbenannt und zwischen 1843 und 1863 als Park gestaltet. Neben dem Wenzelsplatz und dem Karlsplatz entsteht durch die Gebäudekanten der neuen Achse ebenfalls ein linearer öffentlicher Raum. Genau wie der Karlsplatz wird die neue Achse als Grünraum ausgebildet und bildet somit ein weiteres großflächiges Naherholungsgebiet. 

Erschließung

Das neue Gebiet ist verkehrstechnisch sehr gut angebunden. Im Süden liegen der Hauptbahnhof und der Busbahnhof direkt am Boulevard. Im Norden befindet sich der U-Bahnknotenpunkt Florenc an dem sich ebenfalls etliche Tram- und Buslinien kreuzen. 

Hochpunkte

Das Entwurfsgebiet wird zwischen den neu entwickelten Hochpunkten an den besonderen öffentlichen Nutzungen aufgespannt. Diese geben dem neuen Quartier aufgrund ihrer Fernwirkung Identität und stärken den räumlichen Zusammenhang im Quartier durch die entstehenden Blickbeziehungen. 

Nutzungsmischung

Entlang der neuen Achse staffeln sich die Nutzungen vom Vìtkov im Westen Richtung Masaryk im Osten, von reinem Wohnen, über Mischnutzung von publikumsbezogener Nutzung im EG und Wohnen in den oberen Geschossen bis hin zur reinen Gewerbenutzung. 

Lage und Nutzung der Sonderbausteine 

Entlang des Boulevards aber auch der neuen Achse verteilen sich diverse Sonderbausteine mit verschiedenen öffentlichen bzw. sozialen oder kulturellen Nutzungen. Bis auf den Busbahnhof, hat jeder einen Hochpunkt in dem sich ein Restaurant befindet 

Freiräume & Grünzüge 

Der Bereich vor dem HBF und der um die Kirche in Karlin sind größere Grünräume, die bisher als Freiräume dienen. Die neue grüne Achse bildet eine Fortsetzung der Grünzone des Vìtkovs hinein in die Stadt. Der Boulevard, der den Park in etwa auf der Hälfte kreuzt, zieht sich ebenfalls als lineares grünes Band durch die Stadt.

So entstehen unterschiedliche, vielfältige Räume.

Blickbeziehungen 

Um in den Baufeldern an der neuen grünen Achse Blickbezüge zu schaffen, wurden hier die Baublöcke an bestimmten Stellen in den Obergeschossen geöffnet. Somit ergeben sich Meanderformen, die jeweils Blicke über den Park hinweg, zu den höheren Gebäudeteilen oder zu den Hochpunkten ermöglichen. 

Eisenbahnmuseum & Stadtarchiv

Am neuen Eintauchpunkt der regionalen Bahntrasse liegt das Eisenbahnmuseum, das schon lange im Gespräch ist. Der Zugang ist zum Park hin nach Norden orientiert und liegt direkt westlich neben den Bahngleisen.

Am Boulevard liegt der Rücken des Gebäudes. Er wird durch eine Nebenraumspange mit Lagerräumen, Verwaltung und Technikräumen gebildet. Die dazugehörige Fassade ist recht geschlossen, auch um den hier vorhandenen Höhensprung zu überwinden.

Auf der gegenüberliegenden Seite wird so eine gläserne Ausstellungshalle möglich, die stark geöffnet ist und sich auf die Gleise der verschiedenen Ebenen bezieht: die Gleise der Regionalbahn direkt vor der Halle und die, der Internationalen Bahntrasse die weiter oben vorbeifährt.
Zusätzlich läuft ein Gleis in die Halle hinein, auf dem historische Züge für die Ausstellung des Museums transportiertwerden. Der Rundgang der restlichen Ausstellung in den Obergeschossen erfolgt über eine Rampe, die die einzelnen Geschosse miteinander verbindet.
Durch den Geländesprung liegt der Eingang des Stadtarchivs zwei Ebenen über dem Erdgeschoss des Museums.

Gleisdreieck

In das bestehende Gleisdreieck wird eine gläserne Halle hinein gestellt, die als multi- funktionale Veranstaltungsstätte fungiert.
Die Viaduktbögen bilden zum Teil Eingänge in die Halle, dienen aber zusätzlich auch der Bespielung des Dreiecks und der umliegenden Plätze & Straßen durch Cafés, Bars und Läden. Die nördlichen Bögen  sollen in erster Linie als Werkstätten und Atelierräume genutzt werden.

In das Dach der Veranstaltungshalle werden Innenhöfe hineingeschnitten, die die Fläche von knapp 8300 m2 in verschieden große Bereiche unterteilen und zudem durch ein flexibles Wand- system voneinander abgetrennt werden können. Der nicht mehr aktive Viaduktarm wird im Obergeschoss begrünt und durch Treppen für die Bürger zugänglich gemacht. Zusätzlich befindet sich in der Spitze ein kleiner Hortus Conclusus mit einem etwas intimeren Charakter. 

Anna Leicht & Nina Nikolaus

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Studio II – In Case of Finale.. Präsentation

Hochschule München Fakultät 01 Architektur Sommersemester 2013

Prof. Johannes Kappler, Prof. Frederik Künzel

Spontaneous Urbanism – Temporary Theatre

Hochschule München Fakultät 01 Architektur Sommersemester 2013

Drs. Ir. Like Bijlsma Fellow HMU    

Differences between Public Places

There are several public places in Finale, people like to go to. Some of them are for leisuretime activities (e.g. the giardini) and others are next to important public buildings, like the Old Townhall, the Clocktower, the Castello, the Teatre or a good restaurant.

For our intervention we chose the place in front of the theatre which is also next to the Castello and therefore a very important and lifely place with a variety of shops and restaurants nearby that activate the area.

Changes of Public Buildings

After the earthquake there were some quite remarkable changes in public domain, mainly because of damaged civic buildings, that are not functioning anymore and can not be used.

The Nolli-Map showes the differences before and after: the Castello, the Theatre and the Church can not be entered anymore and also some parts of streets are blocked now. To replace the Theatre, the people of Finale built some tents in front of the damaged one.

Our Intervention – A Temporary Theatre for Finale

Appearently the Finalese need a Theatre to keep their activities there alive.
The white tents they use at the moment are neither practical (because they are

way too small) nor nice to look at. They also have a temporary stage in the giardini
at the moment, which they use for many differen events, like concerts, plays, judo performances and so on. Our idea was to make a Semi-temporary Theatre, which can be used for different types of events: of course for theatre performances and rehearsals but also for bigger gatherings, concerts and other events.

The stage itsself rises about 1,5m above street level and has a solid roof, which protects it from rain, etc. From this roof four ropes are tightened to the wall of the old theatre, supported by several pillars. On these ropes People can pull out sails that cover the viewing area and protect the audience from sun and light rain.

The roof of sails and the facade of the old theatre and the trees create a nice, light, open atmosphere that matches the situation much better than the tents. Somehow it also reflects the attitude many people have towards the erarthquake:

It’s time for a fresh start; you can change things in your life which you probably would have never changed without the incident. By now many people see the earthquake as kind of a blessing in desguise.

One example for this, is Martina, who started her own Cafééé right next to the old theatre. it’s a mix of coffeeshop, bookstore and a place for occasional music sessions, just like a public living room.

That is also a reason, why we think, the place is perfect for our stage. Lots of people who go to Martina’s Café are probably interested in using the stage somehow and the other way around. So the real intervention behind all this, “the goal”, is to bring those active and open minded people together to create something special.

Nina Nikolaus, Julian Leinauer

Studio II – In Case of Finale..

Hochschule München Fakultät 01 Architektur Sommersemester 2013

Prof. Johannes Kappler, Prof. Frederik Künzel

In Case of Finale..

Ort

Finale Emilia ist eine norditalienische Gemeinde (16.000 EW) und liegt ca 35km nord-östlich von Modena, in der Emilia Romagna. Ende Mai 2012 wurde, vor allem die Innenstadt Finales, von einem Erdbeben stark beschädigt und viele historische Gebäude wurden zersört.

Konzept

Die Gesamt-Idee ist, eine Reihe von verschiedenen, vorhandenen Plätzen, aufzuwerten, den jeweiligen Charakter zu stärken und ihre Bedeutung in einen ganzheitlichen Kontext zu stellen. Das Ganze soll vor allem durch das Wegnehmen einzelner zerstörter Gebäude und das Hinzufügen von Vegetation passieren.

Die gewählte Platzabfolge besteht aus einer bisher privaten Villa, die in ein Restaurant ungewandelt wird, einem kleinen steinernen Platz, der durch das angedachte Gewerbe eine neue Bedeutung bekommt, dem „Neuen Zentrum“ rund um das Castello mit Einzelhandel, Cafés und dem schon vorhandenen Theater und dem alten Kirchengelände, das in einen Kindergarten umfunktioniert wird.

Ziel ist, das Erdbeben zu nutzen, um eine, für italienische Städte, einzigartige Chance wahrzunehmen den historisch geprägten Stadtkern neu zu strukturieren und die Bedürfnisse der Bewohner bezüglich Anspruch und Lebensqualität an die heutigen Standards anzupassen.

Nina Nikolaus, Anna Leicht

Masterthesis Nina Eder WS 12/13

Hochschule München Fakultät 01 Architektur Wintersemester 2012/13

Wohnquartier West 5

Das Grundstück liegt am Rande des Stadtbezirk Laim. Es grenzt direkt an den Bezirk Sendling-Westpark an. Wir befinden uns direkt an dem U- Bahnhof Westendstraße. Das Grundstück wird von folgen- den Straßen begrenzt: im Norden die Zschokkestraße, im Südosten die Westendstraße und im Westen die Hans-Thonauer-Straße. Die Begrenzung Südwestlich erfolgt durch den Busbetriebshof der MVG.