Studio 1 – Volkstheater Schlachthof

Hochschule München Fakultät 01 Architektur Wintersemester 2013/2014

Prof. Andreas Meck, LB Franz Wimmer

Volkstheater am Schlachthof

Mascha Diehm & Kathi Bach

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Studio 1 – Volkstheater Schlachthof WS 13/14

Hochschule München Fakultät 01 Architektur Wintersemester 2013/2014

Prof. Andreas Meck, LB Franz Wimmer

Volkstheater am Schlachthof

Sebastian Friedlmaier & Florian Kennerknecht

Studio 1 – Volkstheater Isartor WS 13/14

Hochschule München Fakultät 01 Architektur Wintersemester 2013/2014

Prof. Andreas Meck, LB Franz Wimmer

Volkstheater am Isartor

DEM ENTWURF GEHEN ZWEI UNTERSCHIEDLICHE ENTWURFSGEDANKEN VORAUS. ZUM EINEN EIN GERADLIN- IGES, MIT KANTEN VERSETZTES GEBÄUDE ZU ENTWERFEN UM DIESES STÄDTEBAULICH ZU INTEGRIEREN. ZUM ANDEREN WIRKTE DER ISARTORPLATZ WIE EINE LOSGELÖSTE INSEL AUF UNS, FREI VON JEGLICHEN STÄDTE- BAULICHEN ZWÄNGEN. SO LAG ES UNS NAHE ETWAS RUNDES, ORGANISCHES ZU ENTWERFEN. LETZTENDLICH KOMBINIERTEN WIR BEIDE GEDANKEN.

UNSER THEATER SOLL ETWAS BESONDERES SEIN, DESHALB ENTSCHIEDEN WIR UNS FÜR EINE OVALE THEATER- FORM. DIESES OVALE THEATER SETZEN WIR IN SZENE. ES WIRD SELBST ZUR BÜHNE, INDEM ES VON EINER TRANSPARENTEN ÄUßEREN SCHALE, DIE SICH STÄDTEBAULICH EINGLIEDERT, UMHÜLLT WIRD. DIE BESUCHER DES THEATERS SOLLEN IN DIESER UMHÜLLENDEN FASSADE ZU SEHEN SEIN. DESHALB LASSEN WIR EINE SPI- RALENFÖRMIGE ERSCHLIESSUNGSRAMPE UM DEN OVALEN KERN LAUFEN. DIE SPIRALE BEGINNT IM EG UND ENDET AUF EINER DACHTERRASSE VON DER AUS MÜNCHEN UND DAS ISARTOR AUS ALLEN HIMMELSRICHTUN- GEN ZU BESTAUNEN SIND.

EINE VORHANG-KONSTRUKTION UND EIN FREILICHTTHEATRON AUF DEM VORPLATZ DES THEATERS STÄRKT DEN BAUKÖRPER UND DIE UMGEBUNG UND MACHT DIESE ZUR KULISSE.

Rebecca Farina Arnold, Christoph Baires Herrera

Masterthesis Karl Bachhammer

Hochschule München Fakultät 01 Architektur Wintersemester 2012/2013

Betreuer:
Prof. Andreas Meck

Volkstheater am Isartor

Masterthesis Sommersemester 2013 Karl bachhammer (Link)

Studio 1 – Ortstermin Volkstheater Brienner Straße

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Prof. Andreas Meck, LB Franz Wimmer

Ortstermin
Donnerstag 17.10.2013 – 14 Uhr.

Studio 1 ist inhaltlich und organisatorisch dem Institut AD_Architectural Design | Architektur zugeordnet.

Studio 1 – Ein Volkstheater in München

studio1-meck

Prof. Andreas Meck, LB Franz Wimmer

Thema
Im Jahr 2002 übernahm der jetzige Intendant Christan Stückl das Volkstheater in der Brienner Straße. Unter seiner Leitung und mit einem neuen progressiven künstlerischen Konzept, brachte es das Münchner Volkstheater zu einer der führendsten und anerkanntesten Bühnen, dessen Ruf und Ansehen weit über die Stadt hinausstrahlt.

So hat Stückl mit seinen Inszenierungen und dem jährlich stattfindendem Festival für junge Regisseure „radikal jung“ den Begriff Volkstheater klischeefrei, neu und modern interpretiert.
Der derzeitige Spielort jedoch – ursprünglich eine Sporthalle – entspricht nicht mehr den gewünschten Anforderungen. Er weist mittlerweile viele bauliche, technische und organisatorische Probleme auf. Deshalb wird von verschiedenen Seiten in der Stadt München ein Neubau eines Volkstheaters gefordert, oder wie Christian Stückl in einem Interview seine Verbundenheit mit dem Volkstheater ausdrückt:
„Ich möchte größer werden, weitergehen, weiterkommen mit dem Theater. Ich sehe es als totale Herausforderung, das Volkstheater neu zu bauen.“

Ort
Den verschiedenen Standorten der Vorgängerbauten des Münchner Volkstheaters folgend, stehen für den Entwurf mehrere Grundstücke im Innenstadtbereich zur Diskussion.

Aufgabe
Aus den Gegebenheiten des jeweiligen Ortes ist ein zeitgemäßes Volkstheater zu entwerfen. Das Raumprogramm umfasst u.a. einen großen und einen kleinen Theaterraum mit Foyer, Probebühnen, Werkstätten, Magazine, Räume für Verwaltung/ Intendanz und einen Biergarten. Um der Herausforderung eines neuen Volkstheaters gerecht zu werden, die den Regisseuren und Schauspielern große Entfaltungsmöglichkeiten in den Inszenierungen ein-räumen sollen, wird ein besonderer Entwurfsschwerpunkt in der räumlichen Organisation von Zuschauerraum und Bühne liegen.

Studio 1 ist inhaltlich und organisatorisch dem Institut AD_Architectural Design | Architektur zugeordnet.

Masterthesis Florian Fritsch WS 12/13

Hochschule München Fakultät 01 Architektur Wintersemester 2012/13

Betreuer:
Prof. Thomas Hammer

Jury:

Prof. Johannes Kappler

Prof. Andreas Meck

Prof. Jörg Weber

Ausgangssituation

München wächst, doch wohin?
Seit Jahren ist München eine der attraktivsten Städte in Deutschland. Die Mischung aus wirtschaftlicher Stärke und kultureller Bedeutung führt zu ungebremstem Zuzug und einem stetig wachsenden Bedarf an Wohnfläche. Allein das Angebot schafft es schon lange nicht mehr, die Nachfrage zu decken. Von 2009 bis 2030 wird von Seiten des Referats für Stadtplanung und Bauordnung ein Bevölkerungsanstieg um 150.000 auf dann 1,54 Millionen Bürger prognostiziert. Das sind angenommene 10,9% Zuwachs in diesem Zeitraum. Optimistischere Schätzungen gehen sogar von bis zu 14,4% Wachstum aus. Um ausreichend Wohnraum für diese Anzahl Zuzügler zu schaffen, müssten pro Jahr ca. 9.000 neue Wohnungen entstehen. Aktuell schafft die Stadt jedoch im Schnitt nur 6.500.

Eine wichtige Frage in diesem Zusammenhang: Wo soll gebaut werden? Eine weitere Ausdehnung Münchens ins Umland wird kritisch betrachtet. An manchen Stellen wäre dies aufgrund von Naturschutzgebieten, wie der Panzerwiese im Norden, sogar unmöglich.
Somit bleibt nur die Verdichtung nach innen und die Konversion von nicht mehr oder nur noch mäßig genutzten Flächen.
Ehemalige Kasernen sowie Industrie-, Flughafen- und Bahnflächen werden bereits in aktuellen Planungen behandelt. So sind zum Beispiel schon neue Stadtquartiere in Riem und am Ackermann-Bogen entstanden. Auch auf dem ehemaligen Agfa-Gelände und der Bayern-Kaserne werden neue Wohnungsbauprojekte entstehen sowie in dem neu ausgeschriebenen Stadtteil Freiham im Westen der bayerischen Hauptstadt. Doch wo findet sich weiteres potenzielles Bauland, wenn diese Flächen bebaut sind?

Bauland Kleingartenanlage

Wer kennt sie nicht, die Schrebergärten? Von den einen geliebt, von anderen belächelt oder doch nur als Spießer-Biotop abgetan. Trotzdem bieten sie in der Stadt oft die einzige Chance idyllisches Grün selbst zu gestalten und sich mit eigenem Obst und Gemüse zu versorgen.
Fakt ist, ihre Lage an Bahngleisen, Autobahnen und Einfallstraßen mag oft nicht „prominent“ sein, dennoch liegen sie mitten im Stadtkörper, an oft gut zu besiedelnden Orten.
Könnten sie eine Option für Münchens zukünftige Nachverdichtung bilden?
Dieser heiklen Frage soll nun in der Masterarbeit nachgegangen werden.

Das Gebiet, welches im Folgenden untersucht wird, liegt nördlich des Westparks und der Rudi-Sedlmayer-Halle/Audi-Dom und westlich der Theresienwiese. Es befindet sich im Stadtbezirk Sendling- Westpark, unweit der Bezirke Laim im Nord-Westen und Schwanthalerhöhe im Nord-Osten.
Aufgrund seiner Größe wird in dieser Arbeit nur der südöstliche Teil abgehandelt werden, welcher eine Fläche von rund 13 Hektar aufweist. Über seine Grenzen hinaus werden jedoch auch Verknüpfungen zu einer zukünftigen Bebauung des nordwestlichen Teiles aufgezeigt, sowie tangierende Gebiete und Problematiken mit in die Aufgabenstellung einbezogen.

So soll zum einen eine Öffnung des Gebiets zum Westpark hin erfolgen, welcher derzeit durch einen Erdwall von der Siegenburger Straße getrennt ist.

Zweitens teilt der Mittlere Ring an dieser Stelle das Areal in zwei Teile und führt in der näheren Umgebung zu einer nicht zu vernachlässigenden Lärmbelastung. Hinzu kommt, dass im Süden der Anschluss der Autobahn A 96 auf den Ring trifft und dadurch das Pendleraufkommen den Ver- kehr zu den Stoßzeiten erheblich erhöht.

DIE NÄHERE UMGEBUNG

Das umliegende Gebiet unterliegt einer sehr klaren Aufteilung der Nutzungen. Entlang der Bahntrasse im Norden befindet sich ein Industrie- und Gewerbegebiet, an das sich an den südlichen Enden Wohngebiete anschließen: im Westen eine Einfamilienhaussiedlung, im Osten Der Hansapark.

Der südlich gelegene Westpark sowie weitere Kleingartenanlagen der näheren Umgebung bilden große Grünräume.
Dies wird noch verstärkt durch die zwei großen Sportplätze, die sich an die Kleingartenanlage „Land in Sonne“ anschließen. Die ansässigen Vereine sind im Norden der SV München 1880, Im Süden der FC Ludwigsvorstadt eV, Hockey-Club Rot-Weiß von 1932 eV MTC Ausstellungspark eV sowie die Basketballabteilung des FC Bayern München.

Infrastrukturell bieten sich mehrere Anknüfungsmöglichkeiten in der näheren Umgebung. So liegen die S-Bahn-Trassen der S7, 20 und 27 nördlich des Areals mit der Haltestelle Heimeranplatz.

Des weiteren tangieren die U-Bahn-Linien U4 und U5 das Gebiet, mit den Haltestellen Heimeranplatz und Westendstraße.
Die Tram-Linie 18 verläuft parallel zum Mittleren Ring in der Westendstraße.Zudem liegt das Gebiet teilweise innerhalb des Mittleren Rings und könnte somit in Zukunft Kapital aus seiner innenstadtnahen Lage ziehen. Luftlinie beträgt die Strecke bis zum Zentrum etwa 6 km, bis zum Hauptbahnhof rund 5 km und bis zur Theresienwiese sind es nur ca. 3 km. Strecken also, die mit dem Fahrrad gut zu bewältigen sind.

Zielsetzung

Grundlage für die Bearbeitung des Gebietes bildet das Planspiel, dass die Stadt München dieses Areal als Baufläche freigibt, um dem herrschenden Bevölkerungsdruck entgegen zu wirken.

Wichtig ist, dass sich die Bebauung in die Umgebung integriert, Lücken zwischen den sie umgebenden Stadtteilen schließt und auf die Bedürfnisse der Nachbarschaft eingeht. Zum einen sei hier die Lücke zwischen der westlichen Siedlung und den Wohnungen im Hansa-Park genannt, zum anderen die Zusammenführung der drei, den Westpark und die Kleingartenanlage umgebenden Stadtbezirke.

Das neu entstehende Gebiet soll zudem fußläufige Verbindungen und die Benutzung des Fahrrades oder ähnlicher Fortbewegungsmittel in seinem Inneren und zur Umgebung hin favorisieren und die interne Verwendung des Automobils weitest- gehend unnötig machen. Ein komplett autofreies Quartier wird jedoch nicht angestrebt. Die Straßenquerschnitte werden von kleinen Gassen bis zu breiteren Anlieferstraßen reichen. Einzige zielgerichtete Gebietsquerung soll jedoch der Mittlere Ring bleiben.

Das neue Wohngebiet soll bei einer möglichst hohen Dichte dennoch maximale Attraktivität bieten. Es soll sich an dem Begriff des Stadtteilzentrums orientieren und diesen auch spürbar abbilden. Freiräume sollen im Rahmen der Möglichkeiten großzügig ausgebildet werden. Vor allem Elemente wie Wasser, Spielgeräte und Bepflanzung sollen das Stadtbild auflockern. Auf größere ebenerdige Grünbereiche wird hier jedoch aus zwei Gründen verzichtet werden:
Zum einen erstreckt sich direkt im Süden des Geländes der Westpark, zum anderen wird die erlebbare Dachbegrünung als Ersatz für großflächige zwischenbauliche Grünflächen fungieren.

Im Folgenden sollen neben den selbstverständlich an einen Stadtteil gestellten Forderungen vor allem vier wichtige Problemstellungen abgearbeitet werden:

  • Die Entwicklung eines funktionierenden Konzeptes zur Schaffung eines Ersatzes für die weichende Kleingartenanlage. Dieses Konzept soll als Vision beziehungsweise Zukunftsperspektive für den Umgang mit eigenem bestellbarem Land in unseren Städten fungieren.
  • Die Errichtung eines Stadtteilzentrums im Sinne der Münchner Stadtentwicklung um die nähere Umgebung für die Bewohner attraktiv zu gestalten.
  • Die Auseinandersetzung mit der Schallbelastung des Mittleren Rings, die dennoch eine Zusammengehörigkeit des Gebiets nicht beeinträchtigen soll.
  • Die Bereitstellung attraktiver, bezahlbarer Wohnungen in adäquater Dichte, zur Lösung des in München herrschenden Wohnungsmangels.

Kleingartenanlage

Die erste wichtige Aufgabe ist, einen geeigneten Umgang mit den bestehenden Kleingärten zu finden.
In dem angenommenen Szenario werden diese einer dichten Wohnbebauung weichen müssen. Teil der Untersuchung wird nun, wie man verhindern kann, dass die Gärten sang- und klanglos verschwinden. Vielmehr wird angestrebt, eine Zukunftsperspektive zu eröffnen, inmitten dichter Stadtstrukturen private Gartenbaukultur zu betreiben.

Die Idee ist in ihrer Formulierung bereits lange vorhanden. Schon Le Corbusier entwickelte in seinen fünf Punkten zu einer neuen Architektur das Bild des sinnvoll genutzten Daches als Ausgleich für die beim Bau verbrauchte Fläche.

Auf Grund des technischen Fortschritts der vergangenen Jahrzehnte sind wir heute, noch viel mehr als zu seinen Zeiten, in der Lage die Dachfläche gärtnerisch zu bewirtschaften. Dies geschieht jedoch in den seltensten Fällen. Eine Kiesschicht oder dünner Humus, bepflanzt mit witterungsresistenten Kräutern und Gräsern scheint alles zu sein, was unsere Fantasie hergibt.

Um also das „Land in Sonne“ nicht vollständig untergehen zu lassen, soll hier ein Konzept entwickelt werden, die Dachflächen der Gebäude als zweite parzellierbare Ebene zu nutzen: als Privatgartenanlage aufgelockert durch Parks mit fußläufiger Verbindung von Dach zu Dach. Selbstverständlich kann hierdurch nicht die gesamte Kleingartenanlage in ihrem jetzigen Umfang fortbestehen, doch soll dies als Pilotprojekt dienen und als Rechenexempel aufzeigen, wie viel Dachfläche bei Neubauprojekten nötig ist, um die bestehende Nachfrage an Kleingärten zu decken.
Zudem würden diese dann in Zukunft kein autistisches Dasein an Bahnanlagen und stark befahrenen Straßen mehr fristen, sondern direkt in die Siedlungs- und Gesellschaftsstruktur integriert.

Stadtteilzentrum

Siedlung? Nein, Stadt!
Die Lage des gegebenen Areals bietet eine bunte Mischung aus Standortvor- sowie Nachteilen.
Zu den Vorteilen zählen mit dem Westpark und den ansässigen Sportvereinen die Nähe zu Erholung und Freizeit. In deren Gefüge befindet sich mit dem Audi-Dom auch die Heimarena der Basketballabteilung des FC Bayern München. Aufgrund der steigenden Popularität der Sportart in Deutschland kann sich dies in Zukunft zum Anziehungspunkt für das neue Quartier entwickeln.

Anders sieht es jedoch mit den alltäglicheren Annehmlichkeiten aus. In den im Norden und Westen befindlichen bebauten Gebieten gibt es nur rudimentär Einrichtungen wie Restaurants, Cafés, Supermärkte. Zudem liegt das Gebiet außerhalb der Reichweite zweier benachbarter Stadtteilzentren, weswegen sich die Einrichtung eines solchen Zentrums vor Ort anbieten würde. Dies würde zusätzlich zu gastronomischen Einrichtungen auch kleinere Einkaufspassagen und größere kulturelle Angebote beinhalten. Anzudenken und zu überprüfen wären die Errichtung von: Kino, Bücherei, Kindergarten, Schule, Jugendtreff, Gemeindezentrum, Fitnessstudio, etc.

Ein entstehendes Zentrum könnte außerdem helfen, die räumliche Trennung der Bezirke Sendling-Westpark, Laim und Schwanthalerhöhe aufzuheben und diese näher zusammenrücken zu lassen.

Mittlerer Ring

Eine weitere wichtige Aufgabe ergibt sich aus dem hohen vorherrschenden Verkehrsaufkommen. Durch die A 96 gelangt ein Großteil der westlichen Pendler in die Stadt und verteilt sich über den Mittleren Ring. Dieser teilt die Kleingartenanlage in zwei Hälften. Daraus resultiert eine hohe Lärmbelastung vor allem in direkter Nachbarschaft zur Straße. Prädestiniert wäre diese Gegend daher für eine weniger schallempfindliche Bebauung, wie zum Beispiel Gewerbe. Doch liegen Münchens derzeitige Defizite nicht im Bereich des Gewerbes, sondern im Mangel an Wohnraum. Und obwohl hier erst einmal nur der südliche Bereich Teil der Aufgabenstellung ist, soll doch das Gebiet als ein zusammenhängendes Areal gesehen und auch so behandelt werden. Daher empfiehlt sich, zu untersuchen, wie ein möglichst attraktiver Übergang für den Mittleren Ring und ein Zusammenwachsen der beiden Hälften geschaffen werden kann. Um einen möglichst reibungslosen Austausch zu gewährleisten, sollen die Möglichkeiten einer vollständigen Untertunnelung und einer teilweisen Tieferlegung des Straßenniveaus (wie im nördlichen Teil schon geschehen) geprüft werden.

Sollte im Verlauf der Planung eine Variante weiter bearbeitet werden, die die Lärmbelastung nicht ausreichend reduziert, so müssten an dieser Stelle des Quartiers besondere Wohnungsformen entstehen. Lärmschutzbebauung mit Wohnnutzung sind immer eine schwierige Angelegenheit, jedoch kein Ding der Unmöglichkeit. Bereits jetzt existieren Projekte, die Wohnen am Ring ermöglichen.

Wohnungsbedarf

Münchens Stadtbezirk 7, Sendling-Westpark, in dem das Entwurfsgebiet liegt, ist einer der Bezirke, die laut Prognose ein leicht überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum verbuchen können. Die Bevölkerung dieses Stadtteils wird um ca 11,6% von rund 53.000 auf rund 59.000 im Jahr 2030 anwachsen. Dies resultiert vor allem aus Zuzügen von Extern, sowie einer höheren Geburten- gegenüber der Sterberate. Das Durchschnittsalter lag zum Startpunkt der Prognose im Jahr 2009 bei 42,4 Jahren und wird sich bis 2030 voraussichtlich auf 41,8 absenken. Auf 100 Wohnberechtigte kommen derzeit 22,7 unter 20-Jährige. Diese Zahl wird auf 24,6 ansteigen. Wohingegen der Anteil der über 65-Jährigen von 29,7 auf 28,0 zurückgehen wird.

Sendling Westpark ist somit weder ein besonders alter, noch ein besonders junger Bezirk. Wohnungen müssen also gerade hier für die volle Bandbreite der Bevölkerung geplant werden. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Stadt München geht unter jetzigen Vorzeichen von einem Wohnungsbedarf in diesem Bezirk von rund 1.200 Wohneinheiten bis 2030 aus. Ungeachtet dessen bleibt aber die generelle Problematik bestehen, dass viele Bezirke den ihnen in Aussicht gestellten Zuwachs nicht bewältigen werden können. Das heißt, große Ersatzflächen müssen gesucht werden, die den Überschuss an Zuzüglern aufnehmen können. Darum wird die Gesamtplanung des Areals über die oben genannte Anzahl hinausgehen. Erklärtes Ziel ist es, mehr Wohnraum als die geforderten 1.200 Einheiten bereit zu stellen. Längerfristig kann man auch noch davon ausgehen, dass das geplante Stadtteilzentrum über einen gewissen Zeitraum hin seine Anziehungskraft entfalten und sich Sendling-Westpark in Zukunft zu einem weit attraktiveren und gefragteren Bezirk entwickeln wird.

Masterthesis Esra Erel SS 12

Hochschule München Fakultät 01 Architektur Wintersemester 2012/13

Betreuer:
Prof. Andreas Meck

Jury:
Prof. Jörg Weber

Prof. Frederik Künzel

Prof. Arthur Wolfrum

Istanbul

Die Bucht in Kadiköy, markiert durch den historischen Kopfbahnhof Haydarpasa und dem alten Hafengebäude im Süden, präsentiert einen geschichtsträchtigen Ort auf der asiatischen Seite der Weltmetropole Istanbul.

Der Schienenverkehr im Haydarpasa wurde in den letzten Jahren seiner Nutzung eingeschränkt oder sogar aufgehoben. Sowohl im europäischen als auch im asi- atischen Teil erlebt Istanbul aktuell einen starken Wandel in der Infrastruktur. Die ortsprägende Transitlage am Bosporus ermöglicht der Stadt neue Verkehrs- konzepte zu entwickeln und mehrere Verkehrsteilnehmer miteinander sinnvoll zu verbinden. Daran knüpft der Entwurf an, ein Fährhafen für die Bucht Kadiköy neu zu kreieren, sodass die Uferpromenade einen Zugewinn und an Aufenthaltsqualität bekommt.

Herleitung

Die geschätzten 30.000 Berufspendler tagtäglich werden im Laufe der Jahre durch die Umstrukturierung des Verkehrs auf die Hälfte der Anzahl reduziert und schafft eine Entlastung für dieses Quartier.

Es bietet die Möglichkeit ein neues Subzentrum im asiatischen Istanbul zu schaffen und die Kulturszene ebenso auf diesem Gebiet auszubauen, was in der Vergangenheit lange im Gespräch ist. Das neue Image Kunst-Kultur-Kadiköy soll dies unterstreichen und mit ihren neuen Nutzungen eine Aufwertung der Promenade erzielen.

Die U-Bahn Marmaray und viele verschie- dene öffentliche Verkehrsteilnehmer, wie der Stadtbus IETT, Minibus, Dolmus und Trambahn, werden an das neue Hafen- gebäude angeschlossen.

Entwurf

Trotz der Größe des Terminals ermöglicht der Grundriss eine gute Orientierung. Die Innenraumgestaltung ist ortsgebunden und führt die naturale Wellenbewegungen im Rauminneren fort und gliedert gleichzeitig die einzelnen Zonen. Die Faltung bietet eine freie Grundrissgestaltung je nach Platzbedarf. Im westlichen Bereich, der eine atemberaubende Blickbeziehung zum alten Kopfbahnhof Haydar- pasa aufbaut, wird das Restaurant und die Lounge positioniert. Hierzu kann problemlos die Anlieferung der einzelnen Bedürfnisse erfüllt werden. Im mittleren Sektor befindet sich die Kundenbetreuung ausgestattet mit einer Informationstheke, Auskunft, Service- und Kundencenter und dem Kartenverkauf statt.

Die Gesamtlänge des Kadiköy Terminals für Personenschiffe ist mit einer Länge von knapp 230 Meter im Hafenbecken bemessen. Die städtebaulich, ein neues ́Eingangstor ́ in die Stadt erzeugte Figur, sucht die Nähe zum historischen und im Gegenzug dazu, öffnet sie sich zu den neuen und entwicklungsfähigen Stadtteilen Kadiköy und Moda. Durch die Geste der Verbreiterung zum Kopfteil hin des Gebäudes, schafft es einen direkten Bezug zum Geschehen an der Uferpromenade. Insbesondere wird die Schnittstelle Wasser-Festland ein wichtiger Bestandteil des Entwurfs. Das große Gebäudedach berührt beide Elemente und schafft dadurch eine unverwechselbare Verlinkung beider.

Im Obergeschoss sind für die Verwaltungsmitarbeiter der Busgesellschaft IETT eigene Büroräume mit Blick auf die Bushalte- stellen angeordnet. Im letzten, dem sich in die Stadt öffnenden und wichtigen Sektor sind die Wartebereiche für die tausenden Pendler täglich und analoger Anschluss eines Einzelhandels jeglicher Art vertreten.

Die Fähranlegestelle dokt an die Wartehalle an und funktioniert in einem Zyklus, so dass die Personenbeförderungsschiffe keine Manöver vor dem Gebäude vollziehen müssen. Gleichzeitig können zwei Schiffe anlegen, um die Pendler emfangen und verabschieden zu können. Mit dem direkten Blickbezug zu den Minibushaltestellen ist die Verwaltung mit den Büroräumen, sowie Besprechungsräumen im Obergeschoss platziert.

Alle Funktionen im Hafengebäude sind miteinander verknüpft und in die Richtung der Gebäudefigur betont.

Eine lichte Raumhöhe von ca. 10 Metern lässt absolute Freiheiten für die Ge- schossgestaltungen zu, mit den Raumhöhen und der Raumeindrücke zu spielen.

Die komplette Glasfassade umrahmt den Entwurf, das Dach als Konzeptfigur und eigenes Raumflächentragwerk und die Fassade als untergeordnete unscheinba- re Erscheinung und bietet allseits Einblicke sowie Durchblicke in die freigelegte Faltung im Rauminneren.

Masterthesis Sephanie Weiß WS 12/13

Hochschule München Fakultät 01 Architektur Wintersemester 2012/13

Betreuer:
Prof. Arthur Wolfrum

Jury:
Prof. Jörg Weber (Vorsitz)

Prof. Johannes Kappler

Prof. Andreas Meck

München Untergiesing

München ist die Landeshauptstadt des Freistaates Bayern. Sie ist mit rund 1,4 Millionen Einwohnern die größte Stadt Bayerns und drittgrößte Stadt der Bundesrepublik Deutschland. München ist eine kreisfreie Stadt und zudem Sitz des Landratsamts München sowie der Bezirksregierung von Oberbayern.

Untergiesing und Harlaching sind Stadtteile von München, zusammen bilden sie den Stadtbezirk 18 Untergiesing-Harlaching. Die einst klar gezogenen sozialen Grenzen zwi- schen Alt-Harlaching mit großbürgerlichen Schichten, Neuharlaching mit unteren und mittleren Sozialschichten sowie Untergiesing als klassischem Arbeiterviertel verlieren zu- sehends an Kontur. Insgesamt hat der Bezirk eine hohe Zahl qualifizierter Erwerbstätiger aufzuweisen. Jedoch Die Altersverteilung deutet auf eine drohende Überalterung hin.

Harlaching liegt im Südosten von München auf der Hochterrasse des rechten Isarufers, Nach Nordosten grenzt Harlaching an den Stadtbezirk 17 Obergiesing, nach Nordwesten an das unterhalb der Hangkante in der früheren Flussaue gelegene Untergiesing, mit dem zusammen es den Stadtbezirk 18 Untergiesing-Harlaching bildet. Der Bezirk 18 umfasst auch die östlichen Isar- und Flau- cheranlagen unterhalb der Hangkante an der Grenze zu Thalkirchen, die besonders seit der Renaturierung der Isar in diesem Ab- schnitt gemeinsam mit dem Tierpark Hellab- runn eine wichtige Freizeit- und Erholungs- funktion für die Stadt erfüllen

Themenstellung

Mehrgenerationen-Wohnen im städtschen Kontext

Ein großes Problem in Europa ist die zuneh- mende Überalterung unserer Gesellschaft und daher müssen wir für neue Lösungs- formen sorgen.

Wie kann diese Form aussehen?
Ich bin zu der Überlegung gekommen Jung und Alt mit Hilfe eines Mehrgenerationen- wohnprojekt zusammen zu bringen, da jedes Alter seine besonderen Fähigkeiten besitzt, jedoch auch Defizite aufweißt. Duch diese noch leider zu seltene Wohnform könnten sich alle Alterstufen ergänzen und eine höhere Lebensqualität entsteht.

Im Rahmen meiner Arbeit will ich daher den Schwerpunkt auf quartierbezogene Wohn- konzepte legen, weiterhin sollen soziale Treffpunkte entstehen, gute Imfrastruktur, notwendige Einrichtungen für Jung und Alt platz finden und Einkaufsmöglichkeiten.

Mehrgenerationen-Wohnen ist daher das Zukunftsmodell, man muss jedoch auf die unterschiedlichen Bedürfnisse eingehen, sie für die jeweilie Alterstufe individuell um- setzten und diese miteinander vernetzten.

Warum gerade dieser Standort?

Meine Wahl ist auf das Grundstück in der Unteren Weidenstr. 30-24 gefallen, da dies ein aufstrebendes Viertel ist. Man konnte in den letzten Jahren beobachten wie immer mehr Umstruckturierung und Belebung der Straßen und neuerschaffung von Gemeinschaftsflächen entstand. Weiterhin ist die Lage am östlichen Rand, nicht weit weg von den Isaranlagen, besonderst geeignet. Urbanes Wohnen aber trotzdem Naturbezogen, ideal auch für die ältere Gesellschaft geeignet. Viele öffentliche Einrichtungen sind zu Fuß zu erreichen, wie das Schyrenbad, der Rosengarten oder die Freizeitanlagen am Isarufer. Um sich wohl zu fühlen braucht man Ruhe, das ist hier zu finden. Das gesamte Viertel lieg in sehr ruhiger Lage, untypisch für die Stadt, jedoch ideal zum abschalten und entspannen. Die Verkehrsanbindung ist in diesem Viertel ebenfalls sehr gut erschlossen, sei es mit dem Bus oder der U-Bahn. Sogar mit dem Auto ist man innerhalb von 5 minuten auf der Autobahn.

Baugrundstück

Das Grundstück befindet sich in der Unteren Weidenstrasse 30, im Stadtteil Untergiesing. Betreten wird es von der Unteren Weiden- strasse welche nord-östlich an das Grundstück angrenzt.

Das Areal wird drei Seitig von Wohnbebau- ung umschlossen, die vierte Seite wird duch die Bahngleisse/Hochtrasse begrenzt.

Hierbei handelt es sich jedoch nicht nur um normal städtische Blockrandbebauung, sonder auch um vereinzellnt aus den 1870er noch erhaltene Reihenhäuser. Weiterhin wird das Grundstück an der Seite zur Bahntrasse von einer privaten Strasse, Obere Weidenstrasse, erschlossen. Die Blockrandbebauung zur Unteren Weidenstrasse fließt mit in meinen zu bebau- enden Bereich ein. Dadurch wird auch eine Strassenpräsenz entstehen.

Entwurf

Die Idee ist es im städtischen Kontext alle Altersklassen und Schichten „unter ein Dach“ zusammen zu bringen. „EIN Dach“ ist so zuverstehen, dass in einem Quartier, einen Haus alle Generationen bewusst zusammen leben zu können. Jedoch die Möglichkeit eines persönlichen Freiraumes nicht einge- schränkt wird. Die Aufgabe beinhaltet auch das gesamte Areal so zu bebauen, dass durch das Erscheinungsbild eine Zusam- mengehörigkeit entsteht.
An der Nordseite schließt sich das Quartier mit einer mehrgeschossigen Blockrandbe- bauung die nicht durchgehend geschlossen ist ab und somit die alten Stadtstrukturen mit ihrem durchtrennten Blockrand aufnimmt.

Im Erdgeschoss befindet sich hauptsächlich Einzelhandel und Bürofläche, ab den Ersten Stock Wohnungen. Zusätzlich soll durch das „Haus im Haus“- oder „Wohnung in Wohnung“- System eine Durchmischung aller Altersstufen entstehen. Jede Wohnung besteht aus mehreren unterschiedlichen Wohnformen, von einem Zimmer mit eige- nem Bad für alleinstehende Senioren oder Studenten, bis hin zur integrierten eigenen 3-Zimmer Wohnung für Familien. Auch in der Größe der Wohnungen wird variiert, so kann man entscheiden ob man lieber in der kleineren Gemeinschaft oder doch lieber in der Großfamilie leben will.

“Reihenhaustyp”  An der Ostseite, zur Hochtrasse hin, wird durch einen fünfgeschossigen geschlossenen Riegel versucht den Lärm der Bahn ab zu schirmen und so zu verringern. Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss befindet sich sämtliche Dienstleister wie Kinderzentrum,diverse Ärzte und variabel nutzbare Büroflächen. Ab dem zweiten Obergeschoss gibt es eine neue Form des modernisierten Stadt-Reihenhaus, das sich über 3 Etagen erstreckt. Eine Besonderheit ist hierbei die Dachterrasse mit Grünfläche.

“Wohnungstyp I”  Die innere Bebauung ist angelehnt an die zer- klüfteten Baustrukturen der Münchner Hinter- höfe, die einerseits sehr viel Nähe zueinander haben, jedoch auch Platzsituationen schaffen. Durch die Hauptdurchwegung gelangt man auf die privaten Gemeinschaftsplätze. Das anordnen mehrerer Baukörper, die durch eine Schottenstruktur ihre Form bekommen, entste- hen private Gemeinschaftsflächen von 2 – 4 Häusern. Vor und Rücksprünge schaffen priva- te Freiflächen für die jeweilige Wohneinheit, die zur privaten Nutzung bepflanzt werden kann. Auch bei dieser Bebauung greift wieder das „Haus im Haus“- System und mischt die unter- schiedlichsten Wohntypen. Weiterhin besitzt jedes dieser Häuser ihre eigene Grün – und Terrassenfläche auf dem Dach.

Konstruktion

Bei der Konstruktion handelt es sich um eine Schottenbauweise aus Fertigbetonteilen, die vor Ort montiert werden. Bei der Blockrandbebau- ung ist die Ausfachung ebenfalls ein Fertigbe- tonteil im Gegensatz zur Füllung der Schotten der inneren Bebauung. Diese besteht aus einer beabsichtig zurückgesetzten Holzständer Konstruktion die mit horizontalen Holzplanken verkleidet ist. Der Sicht – und Sonnenschutz besteht aus Schiebeläden die vorgesetzt sind, in der Inneren Bebauung sowie am Blockrand. Bei der gesamten Bebauung handelt es sich um eine Putzfassade die grau eingefärbt ist. Um barrierefreie Bewegung zu erlangen werden alle Übergänge schwellenfrei, weiterhin ist eine freie Bewegung auf sämtlichen Etagen durch Aufzüge und Rampen gewährleistet.