Masterthesis Ricarda Schindler WS 14/15

 

Hochschule München Fakultät 01 Architektur Wintersemester 2014/2015

Betreuer:
Prof. Piero Brun

Sudetendeutsches Zentrum München – Nasi Nemci

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Masterthesis Judith Stoppert – Urban Density – Wohnen in Berg am Laim

 

Betreuer:

Prof. Andreas Gaiser

Urban Density – Wohnen in Berg am Laim

Das Grundstück an der Truderinger Straße in Berg am Laim profitiert von seiner S-Bahn – U-Bahn- und Straßenbahn – Nähe. Das infrastrukturelle Netz von Berg am Laim beschränkt sich vornehmlich auf die Kreillerstraße parallel zur Truderinger Straße südlich des Gebietes.

Das Grundstück wurde unter strukturalistischen Gesichtspunkten betrachtet und entwickelt.  Der Bestand wurde in der Quartiersstruktur berücksichtigt, vor allem die nördlich gelegene Eisenbahnersiedlung, bei der eine Verdichtung angestrebt wurde. Sie gibt eine starke Hofstruktur vor, die als Anhaltspunkt für die Bildung von Quartierskörpern genutzt wurde. Mit einer Fortführung der östlich gelegenen angrenzenden Sonnbergstraße als quartiersinterne Zentrumsstraße, sind die Hofstrukturen in ihrer Südausdehnung begrenzt worden. Mit einer Diagonalverbindung der Eisenbahnerhöfe und der südlichen Grünfläche wurden Platzsituationen in Variation ausgebildet und eine der umliegenden Baukörper angepassten Orientierung angeglichen. Die diagonalen Straßen, wie auch die vertikalen Fortsetzungen der Stichstraßen, führen vom Platz in den Grünzug und geben dem südlichen Bereich eine feinere Körnung der Baukörper vor. Diese sind die keilförmigen Bauten, die die Quartiersstruktur aufnehmen, und die dazwischen liegenden tieferen Körper, die die Platzsituation unterschiedlich begrenzen. Die Stichstraßen, die von der Truderinger Straße auf die Zentrumsstraße treffen, sind fußläufig und bedarfsweise mit Auto zugänglich. Zum Teil sind dort die Tiefgarageneinfahrten angegliedert. Die Zentrumsstraße macht der parallelen Truderinger Straße keine Konkurrenz, da sie als reine Fahrradstraße das Gebiet in das Grünraumkonzept von Berg am Laim integriert. Bei den Hofquartieren ist die Körnung durch Anliegerwege entstanden, die den sozialen Zusammenhalt innerhalb der Quartiere mithilfe sekundärer Freiflächenaustritte der Bewohner generieren können. Von außen sind diese Bereiche bewusst privat abgewendet und grün gestaltet, um Besucher auf die Stichstraßen zu verweisen und damit an die Sonderbauten weiterzuleiten.

Die straßenseitigen Lücken in der Eisenbahnersiedlung wurden mit Wohnungsbauten geschlossen, die die Parkplatzproblematik lösen können.

Die Gebäudetypologie im nördlichen Bereich erfährt eine Anhebung um die Sockelzone der Eisenbahnerbauten, damit die Distanz des Wohnraumes zur Straße hergestellt werden kann. Gleichzeitig ist eine Mischnutzung kleiner Büros oder Läden mit Wohnen an der Straße möglich und kann ebenerdig erschlossen werden. Alle Wohnungen sind auch im ersten Obergeschoss mit freien zum Innenhof orientierten Grundrissen gestaltet und verjüngen sich nach oben hin zu eigenständigen Eigentumswohnungen, die alle über ein Haupttreppenhaus erschlossen werden.

Die südlichen Bauten kombinieren einen Reihenhaustyp im Osten mit einem Geschosswohnungsbau im Westen und erreichen damit eine Öffnung zum Grünraum durch variierende Geschossigkeit.

Sonderbauten, wie Kindergarten mit KiTa und Quartiersverwaltung, finden in den eingeschossigen Bauten im Süden ihre Verortung. Außerdem wurden dort auch Mischungen, wie betreutes Wohnen und Physiotherapie vorgeschlagen, um eine gesunde Durchmischung des Quartiers zu schaffen.

Das Projekt beweist seine Kompatibilität im strukturalistischen Ansatz mit dem Gedanken der Kombination von Urbanität und Ländlichkeit.

 

Judith Stoppert