Studio II – Rocca Piccola

Hochschule München Fakultät 01 Architektur Sommersemester 2013

Prof. Johannes Kappler, Prof. Frederik Künzel

In Case of… Finale Emilia – Rocca Piccola

Der Zustand der Stadt ein Jahr nach der Katastrophe muss als statisch und stagnierend bezeichnet werden. Noch immer sind viele Privathäuser und öffentliche Bauten zerstört oder schwer beschädigt, viele wurden verlassen, einige waren schon vor dem Erdbeben vernachlässigt. Dies liegt vor allem an fehlenden finanziellen Mitteln für den Wiederaufbau und Neuanfang vor Ort. In der Folge sind einige Bewohner in den Notquartieren sesshaft geworden, andere sind gleich ganz weggezogen um anderswo neu anzufangen.

Bei der Besichtigung der Stadt fällt vor allem die historische Achse Torre Modenesi – Rocca Grande auf. Parallel zu dieser verläuft eine kleine Fußgängerzone an der das Rathaus und zahlreiche Häuser liegen deren Erdgeschosse kleine Läden beherbergen. Das Rathaus, vom Erdbeben schwer beschädigt, wird außerhalb des historischen Stadtkerns neu aufgebaut,

das alte Rathaus bleibt vorerst Ruine. Ebenfalls parallel zu diesen beiden linearen Räumen, in Richtung des Flusses Panaro, liegen auf einer Parzelle mehrere zerstörte Häuser und einzelne brach gefallene Grundstücke. Diese Lücke soll im folgenden Entwurf genutzt werden um Finale Emilia eine neue Identität zu geben und langfristig eine städtebauliche Entwicklung in Richtung des Flusses Panaro zu initiieren.

Aus dem Schutt der zerstörten Häuser wird ein, den Entwurf räumlich prägendes Element geschaffen, eine Mauer. Von dieser Mauer eingefasst, mit drei gegenüberliegenden Platzsituationen die relevante städtebauliche Bezüge aufgreifen und neue schaffen, erhält Finale

Emilia einen öffentlichen Stadtgarten „Rocca Piccola“. Dessen Bau soll durch die ansässige Bevölkerung erfolgen. „Rocca Piccola“ soll einen von externer Hilfe unabhängigen,eigenständigen Neuanfang und gleichzeitig eine aktive Aufarbeitung des Geschehenen ermöglichen.

Die Mauer wird zu einem Symbol für das Erdbeben, den Wiederaufbau und den Zusammenhalt der Bewohner Finale Emilias sowie der gegenseitigen Hilfe während und nach der Katastrophe.

Dragica Latincic, André Wimmer

Advertisements

MUC & MORE – Kreativplattform und neues Wohnen WS 12/13

Hochschule München Fakultät 01 Architektur Wintersemester 2012/13

Prof. Johannes Kappler

MUC & MORE – Schlachthofviertel – Großmarkthallenareal München – Kreativplattform und neues Wohnen 

Ist-Zustand:

Einige Teile des Markthallenareals müssen saniert werden. Ebenfalls wer- den einige Teile des Schlachthofareals wenig genutzt. Die Gleisharfe wird auf- grund des steigenden LKW-Transports nicht mehr so intensiv frequentiert. Insgesamt handelt es sich beim Markthallen- und Schlachthofareal um 33ha. Diese Flächen befinden in den Stadt- teilen Isarvorstadt und Sendling, somit im Kerngebiet Münchens. Eine Fläche, die somit nicht komplett ausgeschöpft.

Soll-Zustand:

Der Bereich der Markthalle wird im Bereich der Gleisharfe umverlegt. Da- durch entstehen im Südlichen Bereich des Markthallenareals freie Flächen, die nun zu einem Wohnquartier aus- gebaut werden. Ebenfalls werden die noch verbleibenden Nutzungen des Schlachthofareals auf dem Markthallenareal untergebrach. Dort entsteht neues Wohnen und ein neues Zentrum für das gesamte Gebiet. Es entsteht eine kreative Plattform.

 

MUC & MORE – Reaktivierung City Parkhaus WS 12/13

Hochschule München Fakultät 01 Architektur Wintersemester 2012/13

Prof. Johannes Kappler

Muc & More – Die zeitgemäße Stadt Prof Johannes Kappler – Reaktivierung City Parkhaus Clemens Comanns 

Zentral gelegen zwischen Frauenkirche, Marienplatz und Hofstatt fristet das Hir- mer Parkhaus seinem Dasein als ungeliebter Funktionsbau, dessen Nutzen als Parkfläche vor Allem vom ansässigen Einzelhandel geschätzt wird. Seine 503 Stellplätze können jedoch, laut Stadt im geplanten Parkhaus unter dem Thomas Wimmer Ring ausgeglichen werden. Auch das Parkhaus am Stachus, das wie auch das Hirmer Parkhaus nicht voll ausgelastet ist, könne parkende Besucher aufnehmen. Auch unter den Neubauten an der Sattlerstraßen sollen zusätzliche Parkmöglichkeiten entstehen.

Die Solitärstruktur des Postgebäudes schließt einen Blockrand im Westen ab. Die Ergeschosszone wird als Dienstleistungsbereich genutzt. Die im Stil der 50er Jahre strukturierte Fassade besitzt das Potenzial den Platz städtebaulich zu verorten und aufzuwerten.

Als wichtiger neuer Stadtbaustein in der Innenstadt Münchens befindet sich die Hofstatt momentan im Bau. Die im Inneren des Kompexes verzweigte Passage mündet auf den Platz, direkt gegenüber der Kaufingerpassage. Die für solvente Mieter und Käufer angelegte Architektur des Objekts findet im Parkhaus kein entsprechendes Gegenüber. Dadurch wird dessen funktionsbedingte Schlicht heit überhöht und negiert. Die zukünftige Nutzung der Hofstatt sieht auch ver- mehrt Wohnen im hochpreisigen Niveau vor. Vor dem Postgebäude befindet sich der Platz, der durch die Solitärstruktur des Postgebäudes bestimmt wird. An den Seiten wird dieser durch die Schaufas sade der entstehenden Hofstatt und einem Bürokomplex gefasst. Gegenüber des Postgebäudes steht das Parkhaus, dessen introvertiertes Äußeres, bedingt durch die Funktion, dem Platz nicht gerecht wird.

Gegenüber dem derzeit geplanten Eingang zur Hofstatt mündet das Ende der Kaufingerpassage, die eine direkte Verbindung zur belebten Münchner Fuss- gängerzone bietet. Durch die Nutzung des Platzes als Park- und Anlieferzone, kann dieses Potenzial nicht ausgeschöpft werden. Der spärliche Grünbewuchs trägt nur bedingt zur dauerhaften Aufenthaltsqualität bei. Grünbereiche sind in der gesamten Innenstadt spärlich vorhanden. Zusätzlich wird die Zufahrt zum derzeitigen Parkhaus über den Platz abgewickelt.

Vision München muss sich gegenwärtig und zukünftig mit den Phänomenen ei- ner stark wachsenden Stadt auseinandersetzen. Siedlungsdruck auf der einen, Investitionsdruck auf der anderen Seite machen einen nachhaltige gesunde Stadtentwicklung schwer möglich. Darum rücken Vergessene Orte immer mehr in den Fokus. Orte an denen sich mit kreativen Mitteln große Potenziale schöp- fen lassen: Einer dieser Orte ist das Hirmer Parkhaus. Als Parkfläche bald nicht mehr gebraucht, soll es abgerissen und wie so oft Luxuswohnen weichen. Der Gegenentwurf will mit den bestehenden Strukturen einen progressiveren Stadt- baustein setzten. Bezahlbares Studentenwohen in prominenter Lage. Gleich- zeitig werden bestehende räumliche Defizite beseitigt und neu verknüpft. Durch Leichtbauweise und Erhalt der Struktur bleibt das Konzept bezahlbar. Öffentliche Promenade Das Parkhaus wird über ein Rampensystem für den fließenden Verkehr erschlossen. Zwei Treppenhäuser wickeln die vertikale fußläufige Erschließung ab. Das Potential der Rampe ergibt sich durch das Wegfal- len der ursprünglichen Nutzung. Durch die Umnutzung als öffentliche Fußgän- gerrampe ergibt sich eine außergewöhnliche Art der Erschließung. Im Sinne Le Corbusiers schreitet der Besucher durch das Gebäude, wird durch Entschleu- nigung und sich änderten Blickbezüge durch den Komplex geführt. Die Rampe verknüpt die innere Struktur des Gebäudes mit der Stadt. So wird die Stadt über fünf Etage weitergeführt, bis sie in einem öffentlichen Bereich im obersten Stockwerk endet.

Grünkonzept Der Innenstadtbereich Münchens zeichnet sich durch seinen hohen Grad an Versiegelung der Bodenplatte aus. Dies ist durchaus im Sinne der historischen Bausubstanz, kann man den Kernbereich Münchens doch als steinerne Stadt bezeichnen. Grünraum wird dennoch benötigt, ein immer wäh- render Bürgerwunsch. Die Umnutzung des Parkhauses bietet die Möglichkeit solche Räume zu schaffen. Als vertikaler Abschluss der öffentlchen Promenade entsteht ein parkartiger Dachgarten, der seine Ergänzung in der Umgestaltung des Platzes vor dem Postgebäude erhält.

Mikrostruktur Parkhaus Das Nutzungskonzept des ehemaligen Parkhauses sieht eine Mischung aus Studentenwohnen und Grünbereichen vor. Eine Nut- zung, die umringt von hochwertigen Wohnen als zusätzlicher Stadtbaustein notwendig ist, fehlt dieser bisher im Innenstadtbereich gänzlich. Die Idee ist es, die horizontale Nutzungsstruktur der Stadt in eine vertkale Mikrostruktur zu übersetzen. Ein vertikaler Stadtbaustein.

Nutzungsverteilung Erdgeschoss

Im Norden des Komplexes befindet sich die Fußgängerzone der Stadt München. Die Erdgeschossnutzung setzt sich dementsprechend aus Einzelhandel und Gastronomie zusammen. Durch den Bau der Hofstatt entsteht auch im Süden vermehrt Einzelhandel. Einzig im Westbereich findet sich Wohnen im Erdgeschossbereich. Der zukünftige Bau soll einen Nutzungsmix aus Studen- tenwohnen Gastronomie und Grün erhalten. Idee ist die horizontale flächige Nutzungsstruktur der Stadt in einen vertikalen Komplex zu übersetzen.

Erschließung I Anbindung

Das Parkhaus befindet sich an der Schnittstelle zwischen Kaufingerpassage und entstehender Hofstatt. Diese weißt auch eine Einkaufspassage auf die direkt gegenüber des Kaufinger Tors an den Platz mündet. Der Platz stellt nut- zungsbedingt eine Barriere dar. Durch Umstrukturierung des Platzes als Frei- fläche wird die Querverbindung zur Fußgängerzone über die beiden Passagen hergestellt. Über das öffentliche Rampensystems des Komplexes werden Besu- cher in das Gebäude geleitet.

Grün

Der Innenstadtbereich Münchens weißt eine hohe Versiegelung seiner Boden- platte auf. Im historischen Sinne ist dies sinnvoll, wenngleich attraktive Grün- bereiche ein grundlegendes Erfordernis sind. Das neue Gebäude nutzt diese Möglichkeit und bietet mit einem großen öffentlichen Dachgarten einen Anziehu- hungspunkt im steinernen Kontext.

Erschließung Verkehr

Die momentane Nutzung als Parkhaus bringt ein erhöhtes Verkehrsaufkommen im Bereich der Hofstatt mit sich. Die Abwicklung des fließenden Verkehrs erfolgt über die Südseite. Darüber hinaus wird der bestehende Platz mit einem ent- sprechenden Parkleitsystem belegt. Zukünftig wird der Verkehr nutzungsbedingt abnehmen und so das gesamte Quartier aufwerten. Auch der Platz kann mit anderen Nutzungen belegt werden.

Perforation

Der Kontext des Komplexes zeichnet sich durch seine Blockrandstruktur aus. Die Blockränder werden nach Innen scheinbar ohne Ordnung mit Sekundär- bauten verdichtet. Daraus ergeben sich Hofsituationen und komplexe räumliche Beziehungen. Dieses Konzept wird bei der Umstrukturierung angewandt. Das Parkaus wird nach Innen entkernt. Dadurch kann der sehr tiefe Koplex optimal belichtet und durchlüftet werden. Auch die räumliche Komplexität erhöht sich.