Informationsveranstaltung Masterthesis am 9. Juni

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Liebe Studenten,

wie in den Vorjahren ist auch in diesem Semester eine Informationsveranstaltung für uns Masterstudierende geplant, die im Wintersemester 2016 / 2017 das Modul ‘Masterarbeit’ absolvieren wollen.
Diese Informationsveranstaltung findet am Donnerstag, den 09. Juni um 17.00h in Raum 213 statt.

 

MASTERTHESIS | SILVAN HALM | UMSONST UND DRINNEN | ZENTRALE DER MÜNCHNER STADTBIBLIOTHEKEN

Städtebauliche Einordnung:
Liest man auf den Webseiten der Münchner Stadtbibliotheken etwas über die
Geschichte der Institution, stößt man hier auf ein Leitbild, welches den ideellen
Charakter einer öffentlichen Bibliothek verdeutlicht:
Carl Amery als ehemaliger Direktor verstand die Bibliothek als
(…) „Realutopie“(…) in der sich (…) „Sachverstand und Phantasie kreuzen sollten“
(…).
Die Frage nach der Hülle – dem Raum für eine öffentliche Einrichtung,
die sich als möglichst schwellenlos und absolut unkommerziell artikuliert,
kennt viele Antworten und unterschiedlichste mehr oder weniger erfolgreiche
Ansätze.
Die Masterthesis setzt sich den konkreten Entwurf einer neuen
Zentralbibliothek an der Donnersbergerbrücke in München zum Ziel.
Der Standort ist an den seit Anfang der 2000er in Entwicklung
befindlichen zentralen Bahnflächen verortet. Großflächige Wohn- und
Bürobebauungen sind im Bau oder im wie im benachbarten Arnulfpark bereits
Fertiggestellt. Infrastrukturell ist die Donnersbergerbrücke ein Knotenpunkt
zwischen Stadtautobahn und Bahn-Stammstrecke und somit optimal
städtisch und überregional eingebunden. Das bestehende Kulturangebot der
Stadt ist vor allem zentral angelegt oder mit dem ab 2020 sanierten Gasteig im
östlichen Teil der Stadt.
Frühere Stadtentwicklungen sehen hier bereits eine polyzentrische
Stadtentwicklung vor.
Die starke Nachverdichtung betrachtend, wirkt diese Strategie auch heute
nachvollziehbar.
Ein zentraler Aspekt des Grundstücks und damit auch der Entwurfsaufgabe ist
die Verbindung der westlichen Stadtteile mit dem Zentrum, sowohl nach
stadträumlichen Aspekten, als auch in der Vernetzung einer neu geschaffenen
Fuß- und Radweg Verbindung zwischen Pasing und der Innenstadt auf beiden
Seiten der Gleisanlagen. Die Donnersbergerbrücke als 60 meter breite Zäsur
hemmt eine durchgängige Planung und Durchwegung des Areals.
Es entsteht hier die Chance einer Optimierung der übergeordneten
Zusammenhänge sowie einer starken Vernetzung der Bibliothek zwischen den
verschiedenen Ebenen und Anknüpfungspunkten.
Die Integration des Durchgangsverkehrs in das entstehende Ensemble
unterstützt auch den öffentlichen Charakter des Gebäudes.
Die städtebauliche Höhenentwicklung verfügt über mehrere Hochpunkte im
näheren Umfeld. Unmittelbar im Norden befindet sich der Mercedes Turm mit
68 Metern. Ebenfalls nördlich der Gleise stehen das BR-Funkhaus und ab
2020 vorraussichtlich der Neubau des Starnberger Bahnhofs mit ca. 75 Metern.
Südlich der Gleisanlagen steht der 85 Meter hohe City Tower und
ebenfalls in Sichtweite das ADAC Hochhaus am Heimeranplatz.
Entwurf:
Zwei Primärvolumen bilden die Grundlage von Bibliothek und
Volkshochschule.
Sie sind den jeweiligen Funktionsbereichen des Gebäudes zugeordnet und
bilden an Ihrer Schnittstelle Hauptadresse, Verteiler und funktionale Überlagerungen,
welche die Synergieeffekte der Einrichtungen stärken.
Im Turm entwickelt sich die Bibliothek als vertikales Raumgefüge um einen
asymmetrisch platzierten Kern. Mit 75 Metern Höhe erweitert er die
Torsituation zwischen den Hochpunkten Cityhochhaus und Mercedes zu
einem Tryptichon mit einem leichten Höhencrescendo.
Im Sockel gruppieren sich die Räume der VHS um mehrere Innenhöfe.
Ein offen gehaltener Bereich im Untergeschoß kann flexibel z.B. für Ausstellungen
genutzt werden. Die Belichtung wird über großflächige Oberlichter
geregelt. Im zweiten Untergeschoß sind das Magazin, Lager- und Technikflächen
untergebracht. Das Dach des Sockels dient dem Gebäude als offener
Platz und ist gleichzeitig Verteilerplattform zur Erschließung der Donnersbergerbrücke
und der Durchwegung von West nach Ost.
Zentraler Gedanke ist einen öffentlichen Ort zu schaffen, der Teil der übergeordneten
zusammenhänge ist und so integrativer Bestandteil des
öffentlichen Raums im Gesamten ist.#

FASSADE UND MATERIALITÄT:
Allgemeines:
Opake und transparente Flächen geben die innere Organisation des Gebäudes
wieder. Mehrgeschoßig offene Verglasungen stehen dem Bild der Introvertierten
Bibliothek entgegen. Tageslichtsteuerung zum Schutz der Buchbestände
erfolgt über zwei separat gesteuerte Vorhanglagen.
Tagsüber, bei direkter Sonneneinstrahlung verleiht die textile Überlagerung der
Hülle eine transluzente Tiefe, welche im Zusammenhang mit der durchlässigen
Konnotation des Vorhangs die Wirkung eines offenen Bauwerks aufrecht
erhält.
Die Oberflächengestaltung der massiven Bauteile erfolgt mit Schaumglasbeton
in Sandwich-Bauweise. Die Außenflächen sind in Sägerauer Brettschalung erstellt,
wobei die Turmfassade in vertikaler und der Sockelbereich in horizontaler
Richtung strukturiert werden.
Die innen liegenden Oberflächen sind stark durch
das Medium Buch geprägt. Sichtbare Wandflächen, Treppenbrüstungen im
Foyerbereich sowie Brüstungen in der Tragebene werden in fein gestocktem
Beton ausgeführt. Absturzsicherungen an zwischen den Regelgeschoßen
liegenden Öffnungen und Treppen sind wie Regal, Thekeneinbauten und
Fassadenpfosten in weiß lasierter Eiche gehalten.
Zu den Fassaden gewandte Regalflächen sind mit offener Rückseite versehen.
Ein Netz dient zur Absturzsicherung der Medien. Insbesondere nachts bei
künstlicher Beleuchtung und geöffneter Fassade tritt so das Buch und die Funktion
des Gebäudes in den Außenraum.
Im Innenbereich des Gebäudes wird Linoleumboden als gut zu reinigende und
geräuschreduzierende Oberfläche gewählt.
Der Außenbereich des Gebäudes wird mit Brannenburger Nagelfluh
(„Herrgottsbeton“) aus dem Alpenvorland gestaltet.
Künstliche und natürliche Steinkonglomerate bilden eine differenziertes Gefüge
der einzelnen Bauteile in ihrem jeweiligen Einsatzbereich.
Nicht begehbare Teile werden extensiv mit Hohen Gräsern und Stauden bepflanzt
und kontrastieren den Blick auf die Bahnflächen.
Die Deckenflächen in grobem Streckmetall schaffen ein plastisch homogenes
Bild. Die Beleuchtung ist je nach Situation integriert oder abgehängt um dezidierte
Lichtsituationen zu schaffen.
Im Ganzen strebt das Konzept an, ein nahbares Gebäude zu gestalten, dass
dem Nutzer verschiedene Aufenthaltsqualitäten bietet. Strukturierte Oberflächen
sind optisch und haptisch erfahrbar. Vorhänge – häufig mit privatem assoziiert
– teilen und verbinden Räume im Innenraum und an der Fassade.
Technische Aspekte der Fassade:
Um den Unterschiedlichen Anforderungen des Gebäudes gerecht zu werden,
ist eine Closed-Cavity-Fassade mit dezentralen Wärmetauschern vorgesehen.
Eine zentrale Trockenluftversorgung verhindert Kondensatbildung in den Fassadenzwischenräumen.
In Verwaltungsräumen ist für diesen Bereich eine
natürliche Belüftung vorgesehen, welche den Nutzern die individuelle Steuerung
überlässt.
Die Steuerung der außen liegenden Vorhangebene, sowie Innen in den
Geschoßübergreifenden Bereichen erfolgt nach jeweiliger
Belichtungssituation automatisiert. Einzelne Elemente lassen sich in den
Lesenischen und der Verwaltungsebene manuell bedienen.
Nachts bei Kunstlicht wäre es damit auch möglich die Vorhänge als Pixel
zu begreifen und Bilder auf der Fassade entstehen zu lassen.

MASTERTHESIS | MACIEJ KUCZYNSKI | Hochschule für Musik und Theater München. Aufwertung, Umnutzung und Umbau des ehemaligen Paketzustellamtes im Stadtzentrum.

Status Quo
Die Hochschule für Musik und Theater München ist eine der ältesten Musikhochschulen Deutschlands. Im ehemaligen Paketzustellamt in der Arnulfstraße wird eine Erweiterung für die Musikhochschule geplant. Der neue Campus liegt im Zentrum Münchens. Das Areal ist von den Hochschulstandorten in der Arcisstraße und in der Luisenstraße in 7 Minuten zu erreichen. Es ist 15 Minuten von dem Gasteig und dem Prinzregententheater entfernt. Das Gebäude ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wie Straßenbahn oder S-Bahn gut erreichbar. Durch seine attraktive Lage sollte das ehemalige Industriegebäude der Deutschen Post zu einer zeitgenössischen Hochschule umgewandelt werden. Es soll sich an diese Stelle als ein wichtiges Kulturzentrum in der Stadt etablieren und einen neuen Impuls für die Entwicklung des Quartiers am Arnulfpark geben.
Architektonisches Konzept
Das Projekt versucht durch geeignete Mittel eine Balance zwischen dem Bestand und einem modernem Ausbau herzustellen. Als Ausgangspunkt wurde hier eine genaue Bestandanalyse durchgeführt. Durch die Unterbringung der öffentlichen Funktionen im Erdgeschoss wird das Erscheinungsbild der ehemaligen Fahrzeughalle, mit ihren imposanten Pilzstützen, erhalten. Die so entstandene Fläche orientiert sich zu dem repräsentativen Cour d’Honneur, Hier entsteht ein klassischer Campus, an dem sich das Hochschulleben konzentriert. Über die erhaltene Halle werden zwei lange  Volumen für Lehrbereiche entstehen. Das neue Volumen reagiert mit seiner Höhe und Länge auf die klare Gestaltung des gesamten Ensembles. In dem neuen Baukörper sind die Hörsäale, Übungs- und Balletträume untergebracht. Bewusst wird eine Geschlossene Fassade geplant, welche im Gegensatz  zu dem offenen Erdgeschoss eine große Privatsphäre und ungestörte Lehratmosphäre bietet.
Gestaltung der Fassade
 
Es ist ein Ziel, über eine plastische Ausbildung der Fassade einen besonderen, privaten Bereich im Inneren zu schaffen und gleichzeitig ein neues Symbol der Hochschule für Musik und Theater München zu setzten. Wie ein Bühnenvorhang soll die Fassade den östlichen Riegel umfassen. Die Verkleidung aus weißem Klinker und seine lange, horizontale Unterteilung, hingegen beziehen sich auf den Ausdruck der Fassade des Erdgeschosses mit vertikalen Fenstern und Klinkerpfeilern. Die Assoziation der Wellen an einen Vorhang geben der Fassade eine gewisse Dynamik und Individualität. Die Fensteröffnungen sind nur zu dem Balkon zwischen den zwei Riegeln sichtbar. Sie sind ein wesentliches architektonisches Element der Fassade und kein applikatives Element. An der Innenhofseite und im zweiten Obergeschoss an der  Balkonfassade bekommen die Räume ein sehr dezentes Licht durch die perforierte  Ziegelfassade. Die kleinen Öffnungen entstehen durch entnehmen jedes zweiten, langen Ziegels. Dadurch bleibt die vertikale Struktur der Fassade ununterbrochen. Der zweite Baukörper wird mit weißlasiertem Sichtbeton verkleidet. Der Materialwechsel spiegelt nach außen die unterschiedlichen Funktionen der beiden Riegel.
 Das Konstruktive Konzept
 
Das Bestandsgebäude wurde äußerst wirtschaftlich geplant, dadurch hat es kaum noch Tragreserven mehr. Es kann nur in unveränderter Form erhalten werden. Die Pilzstützen aus Stahlbeton dienen weiterhin der Aussteifung der Halle und tragen die horizontalen Lasten ab. Der Einbau in der Halle von vier massiven Treppenhäusern und vier Giebelwänden, sowie die Entkopplung der neuen Struktur vom Bestand ermöglichen den Bau einer Megastruktur über der Halle. Die Tragstruktur der Riegel besteht aus jeweils zwei parallelen Stahlbeton Vierendeelträger. Die Zwischengeschossdecken werden durch halbfertige Spannbetonelemente getragen. Dadurch kann die geplante große Deckenspannweite von einen ca. 50 cm hohem  Tragelement bewältigt werden. Der Großteil der Lasten wird über einen 2 Meter hohen Stahlbetonträger in der Dachaufbauebene direkt zu den Treppenhäusern abgetragen. Durch diese Maßnahmen ergibt sich eine große Flexibilität im Innenraum für die Gestaltung der Räume der neuen Musikhochschule.

Masterthesis | Thomas Neumair | Städtebauliche Neuordnung Bahnhofsareal Freising

Weiter geht’s mit Thomas Neumair – Gratulation zum Master!

“FREISING IST EINE MITTELGROßE BAYERISCHE STADT MIT CA 45000 EINWOHNERN UND LIEGT CA 30 KM NÖRDLICH VON MÜNCHEN MIT DIREKTEM ZUGANG ZUR ISAR.
ERSTMALS IN ERSCHEINUNG GETRETEN IST FREISING IM JAHR 700. ZU DIESER ZEIT WURDE AUF DEM SOGENANNTEN DOMBERG EIN HERZOGSITZ ZUR KONTROLLE EINES WICHTIGEN ISARÜBERGANGS ERRICHTET. AUS DIESEM HERZOGSITZ ENTWICKELTE SICH MIT DEN JAHREN DER HEUTIGE BISCHOFSSITZ AUF DEM DOMBERG, DER NACH WIE VOR DIE GEISTIGE, KULTURELLE UND VISUELLE MITTE FREISINGS BILDET.
AUF DER NORDSEITE DES DOMBERGS ENTWICKELTE SICH DIE ALTSTADT FREISING, GETEILT IN UNTERE UND OBERE HAUPTSTRAßE. FREISING IST EINE UNIVERSITÄTSSTADT MIT FAKULTÄTEN DER TU MÜNCHEN UND DER FACHHOCHSCHULE. UM 1860 WURDE FREISING AN DAS BAYERISCHE SCHIENENNETZ ANGEBUNDEN WODURCH SICH DAS SOGENANNTE BAHNHOFSVIERTEL BILDETE.
KURZ VOR ENDE DES ZWEITEN WELTKRIEGS FIEL DIE STADT, INSBESONDERE ABER DAS BAHNHOFSAREAL EINEM BOMBENANGRIFF ZUM OPFER, IM ZUGE DESSEN NAHEZU DAS GESAMTE BAHNHOFSQUARTIER ZERSTÖRT WURDE.
WÄHREND DEM WIEDERAUFBAU NACH KRIEGSENDE WURDE DAS BAHNHOFSVIERTEL NEU STRUKTURIERT UND EIN WESENTLICHER EINGRIFF IN DIE STRAßENPLANUNG VORGENOMMEN.
DAS DERZEITIGE BAHNHOFSAREAL IST IN KEINER HINSICHT EINER STADT WIE FREISING ANGEMESSEN.
DAS BAHNHOFSAREAL WIRKT WIE EIN AUTISTISCHES GEBIET AUßERHALB DER STADT, UNZUREICHEND AN DIESE ANGEBUNDEN UND VERNETZT.

DIE MÜNCHNER STRAßE UND DIE BEIDEN VERKEHRSINSELN, DIE DURCH DIE NEUE STRAßENPLANUNG NACH DEM 2.WK ENTSTANDEN SIND, SIND BARRIEREN ZWISCHEN STADT UND BAHNHOF.
DESWEITEREN FEHLT EIN KLASSISCHER BAHNHOFSPLATZ, DAS EMPFANGSGEBÄUDE BIETET NICHT AUSREICHEND PLATZ UND DIE NUTZUNGSVERTEILUNG AUF DEM BAHNHOFSAREAL LASSEN KEINE BAHNHOFSKULTUR ZU.
DIESER ENTWURF GREIFT GRUNDLEGEND IN DAS BAHNHOFSAREAL UND ANGRENZENDE GEBIETE EIN, ORDNET DIE STRAßENFÜHRUNG UND DAS BAHNHOFSQUARTIER NEU UND SCHAFFT KULTURELLE NUTZUNG IN UNMITTELBARER NACHBARSCHAFT ZUM BAHNHOF UM DIESEN WIE SELBSTVERSTÄNDLICH IN DAS TÄGLICHE GESELLSCHAFTLICHE LEBEN DER STADT FREISING ANZUBINDEN.”

Masterthesis | Lea Michelfeit | Mittendrin – Neugestaltung des Enzian-Seifenfabrik-Areals in Metzingen

In nächster Zeit stellen wir Euch ausgewählte Masterarbeiten der Hochschule München vor.

Den Anfang macht Lea Michelfeit – wir gratulieren zum Master!

Das Grundstück liegt genau in der Mitte zwischen dem alten traditionellen und dem neuen modernen Stadtkern Metzingens. Auf der nördlichen Seite des kleinen Flusses Erms, der direkt am Grundstück vorbei fließt, beginnt aus der alten Innenstadt heraus das Outlet, welches sich am Entwurfsgrundstück vorbei Richtung Südwesten erstreckt. Der alte Stadtfriedhof, der im Osten an das Grundstück grenzt, bewahrt viel Grün und Natur mitten in der Stadt und ermöglicht den Blick auf den Traufrand der Schwäbischen Alb.
Durch die gegebenen Straßen- und Wegeverhältnisse liegt das Areal, nur mit einem direkten Nachbarn, fast wie eine Insel, mittendrin, im täglichen Geschehen und Trubel der Stadt. So entstand die Idee den Gebäuden auf dem Entwurfsgrundstück andere Nutzungen wie die Outletflächen nebenan zu geben. In den Räumen der ehemaligen Seifenherstellung im Norden mit neuem Anbau direkt an der Erms entstand ein Tagungs- und Konferenzgebäude mit Übernachtungsmöglichkeiten und Gastronomiebetrieb im Erdgeschoss. Die spitze Ecke des Areals nach Osten füllt das Eckhaus des Wohnhauses, welches mit seinem ungewöhnlichen Dach eine Verbindung zwischen dem herkömmlichen Walmdach und dem sehr flach geneigten Satteldach des Backsteingebäudes im Süden herstellt. Im Wohnhaus entstanden zehn Wohnungen mit unterschiedlichen Größen von 50qm bis 125qm und Studios im Erdgeschoss. Durch die aufgefächerte Form öffnen sich die Grundrisse nach Südost.
Das große Backsteingebäude im Süden beinhaltet nun eine Modeschule, welche mit dem letzten Baustein des Ensembles im Westen den Zusammenhang von der traditionsreichen Textilindustrie bis zum heutigen Outlet in Metzingen herstellen soll. Hier befinden sich im Erdgeschoss Laden- und Ausstellungsflächen von Jungen Labels und in den Geschossen darüber sind flexible Büroräume geplant.
Der so entstandene Innenhof wird von den neuen Nutzern bespielt und kann mehrmals im Jahr als Fläche für Ausstellungen und Modeschauen der Modeschule und der Jungen Labels genutzt werden.
Durch die geringen Platzverhältnisse um das Grundstück herum, wurde hier mit unterschiedlichen Einschnitten sowohl in der Horizontalen wie in der Vertikalen gearbeitet um Durchblicke für mehr Leichtigkeit und neue Plätze mit Aufenthaltsqualitäten zu ermöglichen. Ebens konnte so der Grünzug von Westen, durch die Renaturierung der Erms, weiter nach Osten fortgesetzt werden, wodurch die Lebensqualität dort sehr erhöht wird.