MASTERTHESIS | MACIEJ KUCZYNSKI | Hochschule für Musik und Theater München. Aufwertung, Umnutzung und Umbau des ehemaligen Paketzustellamtes im Stadtzentrum.

Status Quo
Die Hochschule für Musik und Theater München ist eine der ältesten Musikhochschulen Deutschlands. Im ehemaligen Paketzustellamt in der Arnulfstraße wird eine Erweiterung für die Musikhochschule geplant. Der neue Campus liegt im Zentrum Münchens. Das Areal ist von den Hochschulstandorten in der Arcisstraße und in der Luisenstraße in 7 Minuten zu erreichen. Es ist 15 Minuten von dem Gasteig und dem Prinzregententheater entfernt. Das Gebäude ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wie Straßenbahn oder S-Bahn gut erreichbar. Durch seine attraktive Lage sollte das ehemalige Industriegebäude der Deutschen Post zu einer zeitgenössischen Hochschule umgewandelt werden. Es soll sich an diese Stelle als ein wichtiges Kulturzentrum in der Stadt etablieren und einen neuen Impuls für die Entwicklung des Quartiers am Arnulfpark geben.
Architektonisches Konzept
Das Projekt versucht durch geeignete Mittel eine Balance zwischen dem Bestand und einem modernem Ausbau herzustellen. Als Ausgangspunkt wurde hier eine genaue Bestandanalyse durchgeführt. Durch die Unterbringung der öffentlichen Funktionen im Erdgeschoss wird das Erscheinungsbild der ehemaligen Fahrzeughalle, mit ihren imposanten Pilzstützen, erhalten. Die so entstandene Fläche orientiert sich zu dem repräsentativen Cour d’Honneur, Hier entsteht ein klassischer Campus, an dem sich das Hochschulleben konzentriert. Über die erhaltene Halle werden zwei lange  Volumen für Lehrbereiche entstehen. Das neue Volumen reagiert mit seiner Höhe und Länge auf die klare Gestaltung des gesamten Ensembles. In dem neuen Baukörper sind die Hörsäale, Übungs- und Balletträume untergebracht. Bewusst wird eine Geschlossene Fassade geplant, welche im Gegensatz  zu dem offenen Erdgeschoss eine große Privatsphäre und ungestörte Lehratmosphäre bietet.
Gestaltung der Fassade
 
Es ist ein Ziel, über eine plastische Ausbildung der Fassade einen besonderen, privaten Bereich im Inneren zu schaffen und gleichzeitig ein neues Symbol der Hochschule für Musik und Theater München zu setzten. Wie ein Bühnenvorhang soll die Fassade den östlichen Riegel umfassen. Die Verkleidung aus weißem Klinker und seine lange, horizontale Unterteilung, hingegen beziehen sich auf den Ausdruck der Fassade des Erdgeschosses mit vertikalen Fenstern und Klinkerpfeilern. Die Assoziation der Wellen an einen Vorhang geben der Fassade eine gewisse Dynamik und Individualität. Die Fensteröffnungen sind nur zu dem Balkon zwischen den zwei Riegeln sichtbar. Sie sind ein wesentliches architektonisches Element der Fassade und kein applikatives Element. An der Innenhofseite und im zweiten Obergeschoss an der  Balkonfassade bekommen die Räume ein sehr dezentes Licht durch die perforierte  Ziegelfassade. Die kleinen Öffnungen entstehen durch entnehmen jedes zweiten, langen Ziegels. Dadurch bleibt die vertikale Struktur der Fassade ununterbrochen. Der zweite Baukörper wird mit weißlasiertem Sichtbeton verkleidet. Der Materialwechsel spiegelt nach außen die unterschiedlichen Funktionen der beiden Riegel.
 Das Konstruktive Konzept
 
Das Bestandsgebäude wurde äußerst wirtschaftlich geplant, dadurch hat es kaum noch Tragreserven mehr. Es kann nur in unveränderter Form erhalten werden. Die Pilzstützen aus Stahlbeton dienen weiterhin der Aussteifung der Halle und tragen die horizontalen Lasten ab. Der Einbau in der Halle von vier massiven Treppenhäusern und vier Giebelwänden, sowie die Entkopplung der neuen Struktur vom Bestand ermöglichen den Bau einer Megastruktur über der Halle. Die Tragstruktur der Riegel besteht aus jeweils zwei parallelen Stahlbeton Vierendeelträger. Die Zwischengeschossdecken werden durch halbfertige Spannbetonelemente getragen. Dadurch kann die geplante große Deckenspannweite von einen ca. 50 cm hohem  Tragelement bewältigt werden. Der Großteil der Lasten wird über einen 2 Meter hohen Stahlbetonträger in der Dachaufbauebene direkt zu den Treppenhäusern abgetragen. Durch diese Maßnahmen ergibt sich eine große Flexibilität im Innenraum für die Gestaltung der Räume der neuen Musikhochschule.
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