Masterthesis | Lea Michelfeit | Mittendrin – Neugestaltung des Enzian-Seifenfabrik-Areals in Metzingen

In nächster Zeit stellen wir Euch ausgewählte Masterarbeiten der Hochschule München vor.

Den Anfang macht Lea Michelfeit – wir gratulieren zum Master!

Das Grundstück liegt genau in der Mitte zwischen dem alten traditionellen und dem neuen modernen Stadtkern Metzingens. Auf der nördlichen Seite des kleinen Flusses Erms, der direkt am Grundstück vorbei fließt, beginnt aus der alten Innenstadt heraus das Outlet, welches sich am Entwurfsgrundstück vorbei Richtung Südwesten erstreckt. Der alte Stadtfriedhof, der im Osten an das Grundstück grenzt, bewahrt viel Grün und Natur mitten in der Stadt und ermöglicht den Blick auf den Traufrand der Schwäbischen Alb.
Durch die gegebenen Straßen- und Wegeverhältnisse liegt das Areal, nur mit einem direkten Nachbarn, fast wie eine Insel, mittendrin, im täglichen Geschehen und Trubel der Stadt. So entstand die Idee den Gebäuden auf dem Entwurfsgrundstück andere Nutzungen wie die Outletflächen nebenan zu geben. In den Räumen der ehemaligen Seifenherstellung im Norden mit neuem Anbau direkt an der Erms entstand ein Tagungs- und Konferenzgebäude mit Übernachtungsmöglichkeiten und Gastronomiebetrieb im Erdgeschoss. Die spitze Ecke des Areals nach Osten füllt das Eckhaus des Wohnhauses, welches mit seinem ungewöhnlichen Dach eine Verbindung zwischen dem herkömmlichen Walmdach und dem sehr flach geneigten Satteldach des Backsteingebäudes im Süden herstellt. Im Wohnhaus entstanden zehn Wohnungen mit unterschiedlichen Größen von 50qm bis 125qm und Studios im Erdgeschoss. Durch die aufgefächerte Form öffnen sich die Grundrisse nach Südost.
Das große Backsteingebäude im Süden beinhaltet nun eine Modeschule, welche mit dem letzten Baustein des Ensembles im Westen den Zusammenhang von der traditionsreichen Textilindustrie bis zum heutigen Outlet in Metzingen herstellen soll. Hier befinden sich im Erdgeschoss Laden- und Ausstellungsflächen von Jungen Labels und in den Geschossen darüber sind flexible Büroräume geplant.
Der so entstandene Innenhof wird von den neuen Nutzern bespielt und kann mehrmals im Jahr als Fläche für Ausstellungen und Modeschauen der Modeschule und der Jungen Labels genutzt werden.
Durch die geringen Platzverhältnisse um das Grundstück herum, wurde hier mit unterschiedlichen Einschnitten sowohl in der Horizontalen wie in der Vertikalen gearbeitet um Durchblicke für mehr Leichtigkeit und neue Plätze mit Aufenthaltsqualitäten zu ermöglichen. Ebens konnte so der Grünzug von Westen, durch die Renaturierung der Erms, weiter nach Osten fortgesetzt werden, wodurch die Lebensqualität dort sehr erhöht wird.