Masterthesis Anna Leicht SS 14

 

Hochschule München Fakultät 01 Architektur Sommersemester 2014

Betreuer:
Prof. Johannes Kappler

Lichpunkt München

Ehemals prägende Industrie- bzw.Gewerbeflächen innerhalb der Stadt werden derzeit, auf Grund des steigenden wirtschaftlichen Drucks, vermehrt aufgegeben und stehen plötzlich zu Verfügung. So auch am Standort des früheren Osram-Geländes, das durch eine städtebauliche Neuordnung großes Potential zur Weiterentwicklung bietet. Das Planungsgebiet befindet sich an der Grenze zu Untergiesing und Siebenbrunn und liegt im Stadtbezirk 18 im Süden der Stadt München. Es beinhaltet das Osram-Grundstück und die derzeitige Parkierungsfläche direkt an der Candidstraße, welche eine starke Barrierewirkung innerhalb des Gebiets darstellt. Im Osten und Westen wird das Grundstück von zwei Grünzügen eingespannt. Zum einen die großflächigen Oberen Isarauen und zum anderen der Grünzug an der Hangkante um den Auer Mühlbach herum. Beide spielen eine übergeordnete Rolle im Bezirk. Die eigentlichen Eingänge zu den Isarauen sind durch keinen direkten Weg zur Hangkante verbunden. Zäune, Mauern oder Gebäude versperren den Zugang zum Auer Mühlbach. Auch die gegenüberliegende Seite weist oft unattraktive Eingänge in halböffentlichen Zugangssituationen der umliegenden Bebauung auf. Lediglich über den jetzigen Parkplatz gelangt man zum Auer Mühlbach. Das übergeordnete Ziel ist es, durch die Raumkanten der neuen Bebauung sowie eine verbindende Grünlinie die beiden Grünzüge auch quer zu vernetzen und einen attraktiven Zugang sowie eine alternative Verbindung zu schaffen. Bei der Analyse der Umgebung fällt auf, dass es direkt an der Candidstraße einen Bruch in der Bebauungsstruktur gibt. Die neue Bebauung greift beide Strukturen in sich auf und bildet zur Candidstraße einen eher geschlossenen Rand, der sich dann im Gebiet weiter nach Süden öffnet. Diese erste Schicht ist von zwei Kopfgebäuden eingespannt, in denen sich Sondernutzungen befinden. Die zweite Schicht entwickelt sich aus dem Bestand heraus und orientiert sich an der offenen Zeilenstruktur. An den Rändern des jeweiligen Grünzugs reihen sich Einzelbausteine aneinander, die durch die neue Bebauung weitergeführt werden und sich an dieser besonderen Lage zu den Grünzonen öffnen. Hier bilden ebenfalls die beiden Sonderpunkte die jeweiligen Köpfe. Die begleitende Grünlinie verläuft quer durch das Gebiet und weitet sich an bestimmten Stellen zu Pocket-Plätzen auf. Durch diese Dramaturgie von Verengungen und Aufweitungen entsteht eine spannende Abfolge von Flanieren und Verweilen. Jeder Pocket-Platz hat einen eigenen Charakter mit mehr oder auch weniger Aneignungspotential. So bilden zwei Pocket-Plätze die Vorbereiche zu den öffentlichen Funktionen und Eingänge zu den jeweiligen Grünzügen. Die Pocket-Plätze, die sich zwischen den Bestandsgebäuden eingliedern und so die Restfl äche zwischen den Gebäuden nutzen, haben durch ihre minimalistische Gestaltung ein hohes Aneignungspotential für die Bewohner. Den Abschluss in der Verbindungslinie bildet eine Terrassierung hin zum Auermühlbach um diesen stärker zugänglich zu machen.

Anna Leicht 

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