Vertiefung Städtebau – Wilhelmsburgerplatz

Hochschule München Fakultät 01 Architektur Sommersemester 2013

Axel Lohrer – MA 23 Theorie – Vertiefung Städtebau – Landschaftsarchitektur    

Situation

Der am südlichen Rand Hamburgs gelegene Stadtteil Veddel, eine Großsiedlung, zeichnet sich unter anderem durch seine heterogene Bevölkerungsstruktur aus. Der Wilhelmsburger Platz wird im Norden und Osten von Bebauung, im Süden vom Elbbecken und im Westen

von der S-Bahnstation Veddel räumlich gefasst. Der Platz wird von einer inzwischen nicht mehr angemessenen Verkehrsführung stark beeinträchtigt und dient lediglich als Erschließungsraum, ein längeres Verweilen auf der Fläche ist nicht vorgesehen.

Seiner Funktion als Quartiersplatz, unter Berücksichtigung der zunehmenden Bedeutung des Satdtteils Veddel, wird er nicht gerecht.

Entwurf

Die übergeordnete Straßenführung bleibt bestehen. Die Nord-Süd Verbindung  der Straßen „Am Zollhafen“ und „Wilhelsburgerplatz“ wird künftig für den Straßenverkehr gesperrt, die Funktion der Feuerwehrzufahrt bleibt erhalten. Somit erhält die vorher undefinierte und zusammenhangslose wirkende Fläche einen klaren Rahmen.

Auftakt

Die nicht barrierefreie Treppe, um von der S-Bahnstation auf das Niveau des Wilhelmsburger Platzes zu kommen, weicht einer, von der übergeordneten Höhenentwicklung vorgegebenen, Rampe.

Die ehemals unattraktive Grünfläche zwischen S-Bahnnstation mit Kiosk, Post und eine  HVV Servicestelle folgt der übergeordneten Geländemodellierung. Der Erschließungsraum wird gefasst. An den Schnittstellen wird mit Sitzelementen zum Verweilen eingeladen.

Faltung und Terrassierung

Die Grünflächen des Parks falten und terrassieren sich von Ost nach West und lassen geschützte Bereiche entstehen, die auch in einem öffentlichen Raum der weiterhin als Erschließungsraum dienen wird, genug Privatsphäre bieten. Einem Verweilen und Ausruhen steht nichts im Weg.

Der Zonierung, Geländemodellierung und Erschließung übergeordnet werden bestehende Baumreihen aufgenommen und neue gesetzt, dadurch werden einzelne Bereiche betont, Schatten gespendet und der Platz sichtbar vom Straßenraum abgegrenzt. Die Bestandsbäume werden soweit möglich erhalten und ergänzt.

Zonierung

Der Wilhelmsburger Platz wird entsprechend der unterschiedlichen Altersgruppen und Nutzungen zoniert. Im Wesentlichen für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen. Gerade das für Kinder und Jugendliche im Stadtteil Veddel vorherrschende Unterangebot an Spiel und Freizeitfläche wird ergänzt.

Im östlichen Bereich, geschützt im Inneren des überplanten Areals, entsteht für Kinder ein Spielbereich mit Spielgeräten wie Wippen, Schaukeln und Trampolinen. Der Bodenbelag des Spielplatzes aus Holz-Hackschnitzel ist als „stoßdämpfender Boden“ ausgeführt. Als Schnittpunkt zwischen den Generationen grenzt dieser an die anderen Bereiche an.

Im südöstlichen Bereich, parallel zur Straße „Am Zollhafen“ wurden die Bänke mit Stahlprofilen an den Kanten verstärkt und bieten für Skatebordfahrer somit die Möglichkeit ihre Kunststücke zur Schau zu stellen.

Im nordöstlichen Bereich ist der Bodenbelag aus Splitt, somit ungeeignet für lärmenden Freizeitaktivitäten wie z.b Skateboardfahren, bietet dieser Bereich gerade älteren Personen ausreichend Ruhe.

Die gefalteten und terrassierten Grünflächen sind als großzügige Sonnen- und Picknickwiesen zu verstehen.

 

André Wimmer

Studio II – Rocca Piccola

Hochschule München Fakultät 01 Architektur Sommersemester 2013

Prof. Johannes Kappler, Prof. Frederik Künzel

In Case of… Finale Emilia – Rocca Piccola

Der Zustand der Stadt ein Jahr nach der Katastrophe muss als statisch und stagnierend bezeichnet werden. Noch immer sind viele Privathäuser und öffentliche Bauten zerstört oder schwer beschädigt, viele wurden verlassen, einige waren schon vor dem Erdbeben vernachlässigt. Dies liegt vor allem an fehlenden finanziellen Mitteln für den Wiederaufbau und Neuanfang vor Ort. In der Folge sind einige Bewohner in den Notquartieren sesshaft geworden, andere sind gleich ganz weggezogen um anderswo neu anzufangen.

Bei der Besichtigung der Stadt fällt vor allem die historische Achse Torre Modenesi – Rocca Grande auf. Parallel zu dieser verläuft eine kleine Fußgängerzone an der das Rathaus und zahlreiche Häuser liegen deren Erdgeschosse kleine Läden beherbergen. Das Rathaus, vom Erdbeben schwer beschädigt, wird außerhalb des historischen Stadtkerns neu aufgebaut,

das alte Rathaus bleibt vorerst Ruine. Ebenfalls parallel zu diesen beiden linearen Räumen, in Richtung des Flusses Panaro, liegen auf einer Parzelle mehrere zerstörte Häuser und einzelne brach gefallene Grundstücke. Diese Lücke soll im folgenden Entwurf genutzt werden um Finale Emilia eine neue Identität zu geben und langfristig eine städtebauliche Entwicklung in Richtung des Flusses Panaro zu initiieren.

Aus dem Schutt der zerstörten Häuser wird ein, den Entwurf räumlich prägendes Element geschaffen, eine Mauer. Von dieser Mauer eingefasst, mit drei gegenüberliegenden Platzsituationen die relevante städtebauliche Bezüge aufgreifen und neue schaffen, erhält Finale

Emilia einen öffentlichen Stadtgarten „Rocca Piccola“. Dessen Bau soll durch die ansässige Bevölkerung erfolgen. „Rocca Piccola“ soll einen von externer Hilfe unabhängigen,eigenständigen Neuanfang und gleichzeitig eine aktive Aufarbeitung des Geschehenen ermöglichen.

Die Mauer wird zu einem Symbol für das Erdbeben, den Wiederaufbau und den Zusammenhalt der Bewohner Finale Emilias sowie der gegenseitigen Hilfe während und nach der Katastrophe.

Dragica Latincic, André Wimmer

Spontaneous Urbanism – Intercultural Gardening

Hochschule München Fakultät 01 Architektur Sommersemester 2013

Drs. Ir. Like Bijlsma Fellow HMU    

Intercultural Gardening | Explanation

The square opposite to Rocca Grande seemed to be the best choice for an intervention, because it offers a direct view onto the destroyed historical buildings. This enables a constant confrontation with the topic of des- truction and transience.

The temporary structure is to be constructed from freight containers. Used as highly flexible modules these easy to assemble units allow the realization of a building complex following the principle of addition. Usually these containers are used to move goods swiftly.

In a globalized world they arrive „just-in-time“ and after unloading their cargo leave again. Their offer of capacity, of space, of shelter is only temporary, always ready to leave, to be repurposed and make space for new developments. Just as the units used to construct it our intervention is intended to appear only for a fixed amount of time, offer a capacity for change and leave again. The local population has to move on.

The freight containers, measuring 2,4 x 12m, are going to be aligned, stacked and interconnected. The ground floor is going to be open to the public and offer the possibility for cultural exchange. There will be the pos- sibility to sit down for a casual chat, a cup of coffee or tea, or a slice of donated cake. But more importantly this space is going to be used for public meetings, round tables and cultural events offering earthquake vic- tims and relief workers alike a possibility for exchange. The principle behind the centers work is self-help within a strong community.

It is our conviction that in order to experience true fulfillment a human being needs the com- munity of other human beings.

The first floor will offer room for administrative purposes and – on demand – for small groups. This floor separates the public from the non-public parts of the building being semi-public itself. Additional floors can be added if needed, single containers can be used as temporary housing. Two families per container, nobody should be alone in the first phase of the reconstruction. This should also help to prevent people from loosing their bonds to the community and even allow them to establish new ones.

The staff is recruited from volunteers as well as earthquake victims, representing all social classes. In regular intervals educational events are going to take place. The adjacent garden is open to the public during the day and can be closed of using movable panels during the night in order to prevent vandalism. The common garden is meant to produce a certain amount of vegetables and spices for the victims and strengthen their sense of community through a common project.

Thus a new, temporary infrastructural hub is established within the village enabling the reconstruction of the destroyed, original infrastructure. It is going to be financed by donors and the local population. Its mission is two- fold: First, it is to provide immediate help and relief to those that have lost everything and second, it is to rebuild the physical and social infrastructure of the village.

Dragica Latincic, André Wimmer