Temporary Shelter – Container Kapelle

Hochschule München Fakultät 01 Architektur Sommersemester 2013

Prof. Ruth Berktold  – Fachprojekt Temporary Shelter      

Aufgabe des Fachprojekts war es „Temporary Shelters“ für Katastrophengebiete, wie beispielsweise das Erdbebengebiet in Norditalien zu entwickeln. Der Entwurf sieht über die Notwendigkeit einer temporären Behausung hinaus, die Entwicklung eines portablen Gebetsraumes vor. Denn neben der Unterbringung der betrof- fenen Menschen in Wohnunterkünfte spielt die Glaubensausübung in diesen Gebieten eine große Rolle. Gerade in solchen Extremsituationen des Verlustes ist es für viele Menschen wichtig ihren Glauben ausüben zu können. Denn nicht nur Zuflucht vor Umwelteinflüssen in Behausungen, sondern auch Zuflucht im Glauben ist von großer Bedeutung.

Der Entwurf berücksichtigt die Notwendigkeit einer schnellen Hilfe im Katastrophenfall. Die Kapelle wurde daher aus einem Standardschiffscontainer entwickelt. Dieser erlaubt durch seine genormten Maße einen weltweit uneingeschränkten Transport, per LKW, Schiff oder Flugzeug. So ist das schnelle Erreichen des be- troffenen Gebietes gewährleistet. Durch das Exdrudieren zweier Volumen aus dem Container wird die Raumgröße verdoppelt. Dadurch wird die Nutzung als Ge- betsraum möglich. Beim Transport werden diese zwei Teile eingefahren, sodass die Kapelle innerhalb kürzester Zeit weiter transportiert werden kann.

Der eigentliche Gebetsraum wird über einen Vorbereich betreten. In diesem befindet sich das Weihwasserbecken und Stauraum für Teile, die für den Aufbau der Kapelle notwendig sind. Der Gebetsraum ist mit Holzlamellen ausgekleidet, dessen Grundriss auf einer ovalen Form basiert. Über ein Oberlicht fällt Tageslicht in die Kapelle und wird über die Lamellen gefiltert, Bei Nacht wird der Raum diffus über farbige LEDs in seitlichen Wandschichten erhellt, die über auf dem Dach befestigte Photovoltaikzellen mit Energie versorgt werden. Am Ende des Containers ist die Sakristei, mit Platz für Gebetsutensilien untergebracht. Um die Kapelle auch nach außen als „Haus des Herren“ sichtbar zu machen, werden die äußeren Stahltrapezbleche mit Motiven aus der Bibel versehen. Dadurch wird dem Äu- ßeren die Schlichtheit genommen, ohne die Herkunft als Container zu verleugnen.

Das Ausziehen des Containers erfolgt über ein Schienensystem das an der Decke und im Boden angebracht ist. Die innen mit Vakkuumdämmung beplankten „Seitentaschen“ werden so zum Teil des Innenraumes. Nach dem Ausfahren wird der Boden mit Holzplatten versehen, in die die Bestuhlung und der Altar verankert werden. Die Möbel werden beim Transport im Stauraum im Eingangsbereich gelagert und gesichert. Bei Benutzung des Containers als Veranstaltungsort wird die Möblierung weggelassen, sodass eine ebene nutzbare Fläche entsteht.

Clemens Comanns

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